Die Reise in die zweite Hälfte des geistlichen Lebens! (Teil 2)

Die Reise in die zweite Hälfte des geistlichen Lebens! (Teil 2)

Im Teil 1 haben wir erfahren, dass unser geistliches Leben Stadien und Stufen durchläuft und es sich oft auch grob in 2 Stadien unterteilen lässt. Vereinfacht ausgedrückt, können wir die beiden Stadien wie folgt kennzeichnen:

  • In der ersten geistlichen Lebenshälfte . . . wollen wir Gott (gutgemeint) zeigen was Wir für Ihn tun können!
  • In der zweiten Lebenshälfte zeigt Gott uns, was Er für uns, ohne uns tun kann!

Wir haben anhand verschiedener biblischer Charaktere (Mose, Elia, David, Petrus) das Muster erkannt, in dem Gott unsere eigene Stärke und den Eifer unserer geistlichen Jugend an deren Grenzen zerbrechen lässt, damit wir Seine Stärke empfangen können.

Und es ist wichtig, zu erkennen, dass diese Zeit der eigenen Stärke nötig ist, um authentisch zu wachsen! Das Versagen darin erlebt werden muss, damit wir später Erbarmen haben mit denen, die an uns und anderen versagen und ebenfalls lernen müssen.

Lesen wir kurz eine Passage von Paulus, in der er diese geistliche Reise auch nochmals beschreibt.

1.Kor.13:9-11
Denn wir erkennen und weissagen nur unvollständig. Wenn dann aber das Vollständige kommt, wird alles Unvollständige beseitigt werden. Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte und urteilte wie ein Kind. Als ich Mann wurde, tat ich das Kindliche ab.

Das Charakteristische an der ersten geistlichen Lebenshälfte ist die Unvollständigkeit geistlichen Erkennens!

Einfach, weil uns als geistliches Kind die Reife und Erfahrung fehlt! Aber wir alle fangen dort an und Gott in seiner Güte und Weisheit baut uns durch Erfahrungen, besonders der des Scheiterns und Erfahrens, unserer eigenen Grenzen zur inneren Reife auf. Wir können 10.000x hören, dass unsere Hingabe an Gott Bruchstellen hat, wir können das vom Kopf her bejaen. Aber erst die Erfahrung des Scheiterns unserer Hingabe, macht uns empfänglich für die Gnade und die Einsicht, das nicht wir uns vollenden und unser Lebens und Berufungs- Haus bauen, sondern Gott alleine.

An dieser Bruchstelle, die wir manchmal sogar mehrfach erfahren, wollen wir oft aufgeben, alles an Dienst und Glauben hinschmeißen, weil wir so geschockt über uns selber sind! Es sind Momente in unserer geistlichen Lebensreise, in denen wir an unserm Glauben, an unserer Integrität und Würdigkeit zutiefst zweifeln.

 

Sehen wir uns dazu  Elia & Petrus an:
1.Könige 19:4
Er (Elia) aber ging hin in die Wüste, eine Tagereise weit, kam und setzte sich unter einen Ginsterstrauch und erbat sich den Tod und sprach: Es ist genug! So nimm nun, HERR, meine Seele; denn ich bin nicht besser als meine Väter!

Matthäus 26:75
Da dachte Petrus an die Worte Jesu, da er zu ihm sagte: „Ehe der Hahn krähen wird, wirst du mich dreimal verleugnen“, und ging hinaus und weinte bitterlich. Johannes 21:3 Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich will hin fischen gehen. Sie sprechen zu ihm: So wollen wir mit dir gehen. Sie gingen hinaus und stiegen in das Schiff; und in derselben Nacht fingen sie nichts.

Die alten Muster der eigenen (gutgemeinten) Glaubensstärke brechen am Ende der ersten geistlichen Lebenshälfte zusammen, sie tragen nicht mehr!

Elia will sterben, er fühlt sich wertlos und als Versager, genau wie Petrus, der bitter enttäuscht über sich in Tränen ausbricht und später wieder Fischen gehen will. Aber noch nicht einmal das scheint nicht zu klappen.

Es ist übrigens ein typisches Muster, dass, wenn uns das Neue geistlich überfordert, wir in das alte vorherige Muster zurückzudrängen, das uns Sicherheit gegeben hat. Und oft hat dieses Muster einen Namen: „Gesetzlichkeit“! Das Gesetz ist überschaubar, verstehbar, klar definiert, wer Drinnen und wer Draußen ist!

So war für einen Teil der Jünger, die sich um Jakobus versammelten, die Gnade zu gefährlich, sie ging ihnen zu weit.(z.B  Einbeziehung der Nationen in Gottes Heisplan). Und so drängten sie ins Gesetz und die vermeintliche Notwendigkeit der Beschneidung und Ausgrenzung der Nationen zurück! (siehe Galater 2.12, 5.3, 6.13)

Es ist das geistige Verhaltensmuster, gegen das Jesus während seines ganzen öffentlichen Wirkens ankämpfte und das er so meisterhaft am Beispiel mit dem alten und neuen Wein erklärt:

Lukas 5:37-39
Und niemand füllt jungen Wein, der noch gärt, in alte Weinschläuche. Der Wein würde die Schläuche zerreißen und auslaufen. So wären Wein und Schläuche verdorben. Nein, jungen Wein füllt man in neue Schläuche! Aber niemand, der alten Wein getrunken hat, will anschließend neuen. ‚Der alte ist besser‘, wird er sagen.“

Neue geistige Einsichten und Erkenntnisse sprengen alte enge Denkmuster, sie machen Angst und deshalb sagen viele: Ich bleibe beim alten Denkansatz oder Glaubensmuster, dabei fühle ich mich sicherer. Ich will mich der Mühe, (in meinem Denken) einen neuen Weinschlauch zu schaffen nicht aussetzen.

Aber für alle, die weiter in die 2. Lebenshälfte gehen, kommt es zunächst zu der schockierenden Erfahrung, zu erkennen, dass unsere alten eigenen Kräfte und Denkmuster (Weinschläuche) nicht tragen und dass ein anderer, Größerer als wir, uns tragen muss (Gott selber).

Der Übergang von der ersten zur zweiten geistlichen Lebenshälfte kann oft wie folgt beschrieben werden:

Das Alte ist wie zerbrochen und das Neue noch nicht da und ich weiß nicht, ob am Ende dieser Dunkelheit Licht auf mich wartet.

„Keine Zukunft“ – wie abgeschnitten vom Strom des Lebens, unsicher und voller Zweifel fühlen wir uns. Das Lebensschiff hat das Ufer verlassen, es treibt im stürmischen Meer. Ein neues Ufer ist nicht in Sicht. Da sind Einsamkeit, Verlassenheit, Gefühle von Schuld und Scham und die tiefe Überzeugung:
„Ich bin nichts wert“. (siehe Elia & Petrus)

Kurz einige Erfahrungen am Tiefpunkt der Transfer-Krise

  • Orientierungslosigkeit und Verwirrung!
  • Sich vollkommen verlassen und allein fühlen! 
  • Die Überzeugung: Keiner liebt mich, keiner versteht mich!
  • Obwohl ich mich danach sehne, ertrage ich keine Nähe!
  • Zusammenbruch, nichts mehr funktioniert (Ich fange keine Fische)    und da ist scheinbar kein Ausweg!
  • Angst, den Glauben zu verlieren, ich kann das Glaubensleben nicht    mehr kontrollieren.
  • Am liebsten würde ich sterben (siehe Elia)!

Und was hilft?
Vollkommenes Loslassen lernen und erfahren! Hingabe und zulassen, dass ich getragen werde von einer Kraft, die größer, weiser und liebevoller ist als ich.
Nicht mehr selber kämpfen!

Da gibt es die Geschichte von den Fußabdrücken im Sand:

Sie gehen nebeneinander, unsere und die Gottes.
Dann ist da nur mehr ein Paar Abdrücke und unsere  Frage:
„Wo warst Du, als ich Dich am meisten gebraucht hätte?“
„Da habe ich Dich getragen.“

Um das geht es in der 2.Lebenshälfte: Sich tragen zulassen,  die Kontrollhebel des Lebens zunehmend loslassen und immer tiefer zu erfahren, was Paulus meint, wenn er sagt:
Galater 2:20
Und nicht mehr lebe ich, sondern Christus lebt in mir!

Wachstum und Veränderung findet im Sein statt, nicht im Tun.
Die Transformation kommt als Reifeprozess von innen.

Pastoren, Freunde oder Seelsorger, sie können unterstützen und begleiten, doch sie können „es“ nicht machen. Ich muss loslassen und zulassen, dass etwas in mir stirbt. Ich glaube, es ist unser „Ego – Die Kraft des Selbermachens“, das dann stirbt.

Die alten Muster, der ersten geistlichen Lebenshälfte, die uns nicht mehr dienlich sind und die wir ablegen müssen  wie ein Kleid, das uns zu eng geworden ist.

In dieser Übergangszeit die eigene Ohnmacht ins Auge zu fassen, kann sehr frustrierend sein! Du entdeckst „in dir“ Orte (Charakterschwächen), wo du absolut ohnmächtig bist. Petrus sah  wie wenig tief seine vermeintliche Treueschwüre gegenüber Jesus waren.

Du möchtest dich selbst ändern, gegen deine Versuchungen ankämpfen und dich unter Kontrolle haben, aber du schaffst es nicht selbst!

Darum gilt Jesu Verheißung allen von uns,  das ER dafür sorgt, das unser Glauben (=Vertrauen) nicht aufhört und wenn wir das kapiert haben, wir in der Lage sind unsere Geschwister zu stärken, das nicht wir uns tragen sondern Gott uns trägt!.

Lukas 22:32
ich aber habe für dich gebeten, daß dein Glaube nicht aufhöre. Und wenn du dermaleinst dich bekehrst, so stärke deine Brüder.

Hör also auf, es selbst zu versuchen!
Hör auf mit Gewalt gegen die Realität deiner Probleme anzurennen!
Lerne das Geheimnis des Bekennens, Loslassens und Vertrauens . . .
Dann wird es geschehen:
An  Dir, mit Dir und sehr oft trotz deines Egos!

Bevor wir uns nicht eingestehen, dass wir machtlos sind, werden wir die wahre Macht der umwandelnden Gnade des Vaters nicht erkennen, akzeptieren oder auch nur suchen.

Beginne ganz einfach mit dem Eingeständnis, dass du dich selbst nicht kurieren kannst, du musst zu deiner Ohnmacht vorbehaltlos JA sagen, damit Gott dich ändern kann.

„Verliere nicht den Mut . . .
und bedenke, dass DU Dich nach so vielen Jahren nicht selbst ändern kannst.

Du kannst dich nicht anders machen. Jesus ist gekommen, um dir ein neues Herz, einen neuen Geist, einen neuen Sinn und einen neuen Leib zu geben.“

Der Raum zwischen der 1. Und 2.Lebenshälfte  ist geistlich eine „Zwischenzeit“, in der wir nur ruhen können und auf Ihn warten. Der Kuchen deines geistlichen Lebens backt von alleine, du kannst den Prozess nicht beschleunigen.

Hast du schon mal versucht, einen Kuchen mit höherer Grad-Zahl/stärkerer Hitze in kürzerer Zeit schneller zu backen? Das geht schief, aber im geistlichen Leben versuchen wir das immer wieder. Ganze Serien christlicher Selbsthilfebücher geben davon Zeugnis:
In 3 Schritten zum Sieg … Die 5 Stufen zur Vollmacht … usw.

Ein Gleichnis Jesu mag uns hier helfen und Verständnis geben, wie geistiges Wachstum und Ruhe ineinandergreifen.

Markus 4:26-28
„Mit dem Reich Gottes“, erklärte er, „verhält es sich wie mit einem Bauern, der seinen Acker besät hat. Er legt sich schlafen, steht wieder auf, ein Tag folgt dem anderen. Währenddessen geht die Saat auf und wächst – wie, das weiß er selber nicht.  Die Erde bringt von selbst die Frucht hervor: Zuerst den Halm, dann die Ähre und zuletzt das volle Korn in der Ähre.

Was wir hier lernen dürfen ist:
Das Reich Gottes in uns, wächst in den entscheidende Phasen gewissermaßen OHNE UNS!

Wir müssen die Entscheidung treffen, bewusst loszulassen und zu erkennen:

„Ich bin, der ich bin“

Ein erlösungsbedürftiges, auf Gnade angewiesenes Kind Gottes, dem der Vater entgegenrennt und für das ER „99 Gute“ verlässt um Mich, das Verlorene, auch in meinem geistlichen Wachstum, zu finden und zu vollenden.

Diese erfahren Schwäche am Ende der ersten Lebenshälfte, ist der Ort, an dem Gott der Vater uns nach Jahren des Agierens in unserer eigenen Stärke haben will, um uns nun mit seiner Stärke und völliger Gnade vertraut zu machen.

Wie gesagt, dieser Prozess läuft so ab, dass es keine Abkürzungen gibt. Wir müssen durch die Phase der eigenen Kraft und des eigenen Tuns laufen, um aus Erfahrung zu erkennen, dass wir nicht für immer am Lenkrad unseres geistlichen Lebens und Dienstes bleiben können.

Und dazu ist auch eine innere Reife nötig. Hesekiel 16:6-8 ist eine wunderbare geistliche Darstellung dieser Reifung und der Stadien wie Gott an uns handelt.

Ich aber ging vor dir vorüber und sah dich in deinem Blut liegen und sprach zu dir, da du so in deinem Blut lagst: Du sollst leben! (1.Bekehrung) Und habe dich erzogen und lassen groß werden wie ein Gewächs auf dem Felde; und warst nun gewachsen und groß und schön geworden. Deine Brüste waren gewachsen und hattest schon lange Haare; aber du warst noch nackt und bloß. Und ich ging vor dir vorüber und sah dich an; und siehe, es war die Zeit, um dich zu werben.“(2.Bekehrung)

Hier sind die 2 geistlichen Lebensabschnitte deutlich in gleichnishafter Form beschrieben. Die erste Bekehrung der geistliche Jugend zum Glauben an Gott.

Dann wartet Gott auf eine gewisse Reife und ein Wachstum (metaphorisch: Brüste, Haare), die nötig sind, um das 2.Stadium der Bekehrung, die tiefe Liebesbeziehung zu IHM und das völlige Loslassen zu verstehen.

So kommt z.B am Ende des Hohenliedes 8.5 die Braut (wir) gestützt auf ihren Geliebten aus der Wüste  und am Ende des  Buches Hiob kommt Hiob zu der Erkenntnis:

„Ich kannte Dich (Gott) vom Hörensagen, jetzt hat mein Auge  Dich gesehen“

Der zweite Lebensabschnitt beginnt bewusst, wenn das innere Fassungsvermögen (neuer Weinschlauch) gewachsen ist, wenn der Gläubige tiefere Einsichten des Handelns und der unkonditionellen Gnade Gottes fassen kann.

Und wo immer diese  Wahrheiten auf unvorbereitete Gläubige  trifft, setzt Widerstand, bis hin zu Verfolgung ein! Das erfuhr Jesus wieder und wieder in den Anklagen der „Frommen“ gegen die Art, wie er den Sündern begegnete und sie berührte.

Darum warnt Jesus auch, Perlen der Erkenntnis nicht vor Säue zu werfen.
Oft erleben wir dies, wenn wir voller Begeisterung ein neues Erfahrungslevel des Verstehens im Glauben  betreten haben und dann anderen erzählen, dass wir Unverstand oder Widerstand erfahren. Darum sagt Jesus mit der Weisheit des 2.Lebensabschnittes den Jüngern nach der Auferstehung:

Ich hatte euch noch viel zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen!“ (Joh.16.12)

Schauen wir nun auf das besondere Merkmal des 2.Lebensabschnittes.

Neben der Einsicht, auf Gott zu warten, an seiner Hand zu gehen, ein tieferes Verständnis für seine Gnade an mir zu bekommen, kommt die Fähigkeit eines geweiteten Weinschlauches dazu:
Weniger zu richten, zu verurteilen und zu kategorisieren, weil ich erfahren habe das ich nicht besser und und vor allem nicht alles über den anderen und Gott weiß!

Schauen wir das genauer an, denn wir werden zu dem, was wir sehen und erkennen!

Leben & Religion im frühen Stadium ist oft, wie es Paulus sagt, kindlich und begrenzt.

 1.Kor.13:9-11
Denn wir erkennen und weissagen nur unvollständig. Wenn dann aber das Vollständige kommt, wird alles Unvollständige beseitigt werden. Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte und urteilte wie ein Kind. Als ich Mann wurde, tat ich das Kindliche ab.

Unser anfängliches geistliches Wahrnehmen und Denken und Reden ist oft duales Denken und Wahrnehmen, das heißt, wir können mit geistigen Spannungen und scheinbaren Widersprüchen noch nicht umgehen. Hier ein paar typische duale Denk- & Kommunikations-Muster:

Schwarz – Weiß – Wahrnehmung (Es gibt keine Zwischentöne)
Richtig – Falsch (Es gibt nur eine Deutung einer Situation)
Drinnen – Draußen (Nur mein Glauben ist richtig)
Auge um Auge (Wie Du mir . . . so Ich Dir)

Weil uns Weisheit und Lebenserfahrung fehlen, beginnen wir oft mit einfachen schwarz-weiß Lösungen und Erklärungen. Das ist einfach und man muss nicht viel nachdenken. Wir fühlen uns schnell im Recht und auf der richtigen Seite.

Die Faszination gesetzlicher Religiosität liegt in ihrer Überschaubarkeit, Vorhersagbarkeit, simplen Erklärbarkeit und ihren scheinbar klaren Grenzen, die uns sagen wer sich drinnen und wer sich draußen befindet, was scheinbar richtig und was falsch ist.

In der 2.geistlichen Lebenshälfte aber merken wir, wenn wir aufrichtig sind und wachsen, dass diese Raster und Muster oft nicht mehr passen.

Wir erfahren, dass der alte Weinschlauch (Denk- und Wahrnehmungsmuster) zu eng ist und wir neue brauchen, wenn wir den neuen Wein, die neuen Einsichten, die bei uns anklopfen, fassen wollen.

Hier nochmals zum besseren Verständnis:
Die Art wie Jesus im Gegensatz zu den „Frommen“ mit den sogenannten Ungerechten umging. Dem Frommen ging es nur um das beurteilen „Richtig – Falsch“ und das Aus und- Abgrenzen. (typisches Denkmuster der  ersten Lebenshälfte )

Jesus aber grenzte nicht aus, oder urteilte oberflächlich.
Er nahm an und wertschätzte die Person des Sünders ohne seine Sünde explizit gutzuheißen. Aber seien Wertschätzung und Liebe überführte die Sünder von alleine, ohne fromme Manipulation oder Drohung (siehe Zachäus der Oberzöllner, Lukas 19.2-10).

Das ist die Weisheit und Liebe der zweiten Lebenshälfte im Gegensatz zur Ersten.

Darum kommt Jesus zu der erstaunlichen Äußerung am Kreuz über jene die ihn, aus falschem Eifer und inneren Verstehen ans Kreuz brachten:

Vater vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun:“ (Lukas 22.34)

Schauen wir uns kurz einige Verse an, um das Prinzip des geistlichen Erkennens und Nichterkennens zu verstehen:

Johannes 7:46 – 51
„Noch nie haben wir einen Menschen so reden hören“, erwiderten die Männer. „Hat er euch denn auch verführt?“, herrschten die Pharisäer sie an. „Glaubt denn ein einziger von den oberen Priestern oder den Pharisäern an ihn? Das macht doch nur dieses verfluchte Volk, das keine Ahnung vom Gesetz hat!“ Da sagte Nikodemus, der selbst ein Pharisäer war und Jesus einmal aufgesucht hatte:  „Verurteilt unser Gesetz denn einen Menschen, ohne dass man ihn vorher verhört und seine Schuld festgestellt hat?“  „Bist du etwa auch aus Galiläa?“, gaben sie zurück. „Untersuch doch die Schriften, dann wirst du sehen, dass kein Prophet aus Galiläa kommen kann!“

Apg. 5:34-39
Da stand ein Pharisäer im Rat auf und verlangte, die Angeklagten vorübergehend hinauszubringen. Er hieß Gamaliel und war ein im ganzen Volk angesehener Gesetzeslehrer. „Männer von Israel“, sagte er dann, „seht euch bei diesen Menschen vor! Überlegt genau, was ihr mit ihnen tun wollt. Es ist schon einige Zeit her, als Theudas auftrat und behauptete etwas Besonderes zu sein. Ungefähr 400 Männer hatten sich ihm angeschlossen. Doch er wurde getötet und alle seine Anhänger zerstreuten sich und die Sache war zu Ende. Später, zur Zeit der Volkszählung, zettelte Judas, der Galiläer, einen Aufstand an und scharte eine Menge Leute um sich. Auch der kam um und alle seine Anhänger wurden auseinandergetrieben. Im vorliegenden Fall rate ich deshalb: Lasst diese
Leute in Ruhe! Lasst sie gehen! Denn wenn das, was sie wollen, und das, was sie tun, von Menschen kommt, wird es scheitern. Wenn es aber von Gott kommt, werdet ihr es nicht zerstören können. Vielleicht steht ihr dann als solche da, die gegen Gott kämpfen. Das überzeugte sie.

Hier sehen wir 2 wahrhaftige/authentische, schon mehr in der 2.ten Lebenshälfte stehende „jüdische Älteste“, zu denen wir heranwachsen sollen.

Sie widerstehen dem Drang, ein vorschnelles Urteil zu fällen, selbst auf der Basis der  allgemeinen Schriftauslegung und dem gegenteiligen Mainstream Urteil des Hohen Rates!!! Sie lassen ihre Erfahrung und Herzensweisheit sprechen, die viel weiter reicht als oberflächliche Schrift/Bibelauslegung oder schnelles Beurteilen.

Sie denken nicht in engen dualen Schwarz-Weiß Kategorien, sondern mit der Weite eines gereiften Herzens, das abwarten kann und auf die Früchte wartet!

So auch Jesu Gleichnis vom Unkraut im Weizen (Matth.13.26ff )
In diesem Gleichnis sind es die Diener mit ihrem dualen Urteilen, die sofort eine Entscheidung wollen, ein Urteil, das sich auf den Augenschein und das Gesetz beruft.

Und Jesus warnt auch hier vor einem vorschnellen Urteil und fordert heraus, darauf zu warten, welche Früchte sich langfristig zeigen bevor man vorschnell urteilt und handelt und das Gute zerstört, weil man es nicht erkennt!

Das ist 2.Lebenshälfte Weisheit:
Kein vorschnelles Urteilen, sondern Geduld und Gelassenheit.
Lernen wir:
Wie schnell verurteilen wir andere, nur aufgrund dessen was wir oberflächlich sehen, oder meinen zu sehen?
Wie wenig Güte und Gnade haben wir oft, um Anderen, Zeit zur Reife zuzugestehen und uns an unsere eigenen Fehler der geistigen Jugend zu erinnern?
Wenn wir nicht geistlich wachsen, lebt das Verlangen nach einem schnellen eindeutigen Urteil in uns.

Es fällt uns eher schwer, zu reflektieren, zu zuwarten, uns in Geduld und Langmut zu üben. Aber genau das zeichnet Frauen und Männer der 2.Lebenshälfte aus. Die Erfahrung und das Erleben des eigenen Scheiterns und die Erfahrung von Gnade lässt sie milde gegen den Nächsten werden,  lässt sie mit Jesus sagen: „Wer unter Euch ohne Sünde ist,  werfe den ersten Stein!“ (Joh.8.7)

Wieder und wieder sehen wir wie Jesus das „Schwarz-Weiß, Entweder- Oder, Wie- Du- Mir, So- Ich- Dir- Denken“ durchbricht, und Sünder durch Geduld und Güte und Liebe transformiert.

Er hat nie gesagt: Stehlen, ehebrechen, betrügen, etc., wäre OK!
Aber die Weisheit der 2.Lebenshälfte lässt uns erfahren, dass die rechthaberische, nur auf den offensichtlichen Fehlern herumhackende Art, den anderen nicht verändert, sondern nur noch mehr ins Fehlverhalten treibt. Während Geduld und Güte und liebevolles Dranbleiben einen Menschen verändert!

*Was Du bekämpfst bleibt! – Was Du liebst wird überwunden!“

Sprüche 19:11
Klugheit macht einen Menschen geduldig,
und es ist ihm eine Ehre, Vergehungen zu übersehen.

Hier geht es um einen Menschen, der die Klugheit der 2.Lebenshälfte erfahren und gelernt hat: Es ist das praktische Ausleben von 7×70 mal Vergeben, weil er weiß, dass der Andere Zeit braucht um zu kapieren und zu lernen!

Das ist ein Kennzeichen der 2.Lebenshälfte:
Der Drang, zu richten und zuzuordnen lässt nach, wir wissen langsam, dass wir nicht richten und beurteilen sollen, dass wir die Herzen der anderen niemals so kennen, wie Gott sie kennt. Wir haben erfahren, dass auch uns unverdient Güte und Gnade im Übermaß zugeflossen ist.

Es gäbe noch viel dazu zu lehren und ich plane demnächst ein Seminar zu diesem wichtigen Thema.

Ich bete, dass wir ein wenig begonnen haben, unsere Lebensreise zu verstehen und auch die Zerbrüche der eigenen Kraft mit Gelassenheit zu tragen. Denn sie machen uns barmherzig und zu Frauen und Männern, die auf andere positiv anziehend wirken, weil in uns Herzensweite, Güte, Milde und Erbarmen gefunden wird, die selbst härteste Herzen transformieren kann.

Lukas 22:32 (Paraphrasierung)
Doch ich (Jesus) habe für Euch alle gebetet, dass Ihr Euren Glauben nicht verliert. Wenn Ihr also später umgekehrt und zurechtgekommen seid, stärket den Glauben eurer Geschwister“

 

Uwe Dahlke, www.czk.de pastoraler Leiter im CZK

 

 

Die Reise in die zweite Hälfte des geistlichen Lebens! (1)

Die Reise in die zweite Hälfte des geistlichen Lebens! (1)

Wer die Schrift aufmerksam liest und sein geistliches Leben aufmerksam reflektiert, kommt früher oder später zu der Erkenntnis, dass geistliches Leben unterschiedliche Stadien und Dynamiken durchläuft.

Eine weitere Einsicht wächst in den Jahren, in denen wir oft schmerzhaft merken, dass unser geistliches Wachstum keine relativ steile Wachstumskurve ist, die wir mit Disziplin und eigner Hingabe meistern, sondern dass es oft 3 Schritte vor und 2 zurück geht  und manchmal nicht mal das!

Diese Wachstumskurven geistlich zu erkennen und zu verstehen, kann uns helfen nicht gegen Gott zu  rebellieren, sondern zu lernen, uns in seine Wegen zu ergeben.

Paulus erfuhr dies auf dem Weg nach Damaskus, als er dachte im Willen Gottes zu handeln, um die christlichen Irrlehrer auszumerzen. Er wusste es nicht besser und war in der ersten Hälfte seines geistlichen Lebens, die vom dogmatischen  Kopfdenken, eigenem Eifer und eigenen Tun geprägt war . . . Bis Gott ihn von seinem Reittier warf:

Apostelgeschichte  9:4-5
Und als er zur Erde fiel, hörte er eine Stimme, die zu ihm sprach: „Saul, Saul, was verfolgst du mich?“ Er aber sagte: „Wer bist du, Herr?“ Der aber sprach: „Ich bin Jesus, den du verfolgst. Es wird dir schwer werden, wider den Stachel auszuschlagen!“

Es war für Saulus/Paulus fast nicht zu begreifen, dass sein Weg und Eifer für Gott nicht brauchbar waren.

Man hat auch uns oft geistlich nicht beigebracht, dass der Weg nach oben, zuerst nach unten führt. Daher sind wir oft irritiert und zutiefst frustriert, wenn wir entdecken dass unsere vermeintlichen Stärken und Pläne, die wir gehegt und gepflegt haben, Gott eher im Weg als von Nutzen sind.

Das ist deshalb so unbegreiflich für uns, weil wir die seelischen Abgründe, die selbst in den Besten von uns sind, nicht kennen und auch nicht wahrhaben wollen, bis der Vater sie uns durch Zerrbruch, Scheitern und Krisen zeigt. Es sind Zeiten, in denen wir erkennen, dass unsere alten Lebensmuster zunehmend nicht mehr funktionieren, in denen wir oft an uns selbst und Gott zweifeln (Viele der Klagepsalmen entstanden in diesen Situationen.) Wir können schon hier zusammenfassen

  • In der ersten geistlichen Lebenshälfte . . .
    wollen wir Gott (gutgemeint) zeigen was wir draufhaben!
  • In der zweiten Lebenshälfte zeigt Gott uns,
    was Er für uns, ohne
    uns tun kann!

Das Muster ist so klar in vielen biblischen Charakteren zu erblicken, wobei es nicht immer am Lebensalter einer Person festgemacht werden kann, sondern am Grad der persönlichen Reifung und Erkenntnisfähigkeit einer Person.

Kurzum . . .
Der eine kommt früher, der andere später zur Reifung, es ist ein individueller Prozess, den jeder in einem anderen Tempo und zu einer anderen Zeit in seinem Leben durchläuft!

Ziel der Predigtreihe ist, diese geistliche Lebensreise und ihre Muster zu erkennen! Wir werden sie nicht vermeiden können, aber das Maß der ersten Irritation kann gemildert und unser Einlenken in die Reife und Gnade der 2. Lebenshälfte beschleunigt werden.

Wir wollen uns nun einige biblische Charaktere und die Muster ihrer jeweiligen Reise anschauen und versuchen, so viel, wie möglich, davon zu lernen.

Wir beginnen mit Hiob
Er ist deshalb interessant, weil er seine geistliche Entwicklung und Reise, also die beiden geistlichen Stadien vom „Kopf und eigenen Tun“ und „Herz und Tun lassen“ mit dem Satz zusammenfasst:

Hiob 42.5
„Ich kannte Dich (Gott) vom Hörensagen . . . Nun hat mein Auge Dich gesehen!“

Wir alle beginnen die „Reise in den Glauben an Gott“ mit dem Hören und mit dem Kopf. (innerlich und äußerlich) . . . Aber unser Hören ist noch unklar und unreif und stark von uns und unserem begrenzten eigenen Verständnis davon, „Wer Gott ist“, geprägt.

Darum wandelt sich unser Gottesbild im Laufe des geistlichen Lebens! (Nicht Gott verändert sich, wir erkennen Ihn tiefer und tiefer nach dem Grad unserer Reife)

Denken wir hier an den jungen Propheten Samuel . . .
1.Samuel 3.4-10
3 mal hört er den Herrn und interpretiert aus seiner ersten Reife und Unerfahrenheit, dass es Eli gewesen sein muss, der ihn ruft . . . bis Eli ihn, als der Ältere (geübte), auf die richtige Adresse verweist!

Das zeigt, warum wir Älteste/innen werden müssen, um die Jungen, wenn die Zeit reif ist, von mir weg, zum Vater zu leiten!!!

So war es auch bei Hiob . . .
Er lernte von den Altvorderen und von erster innerer Interpretation() einen äußerlichen Gehorsam Gott gegenüber, wie er ihn verstand!

Das waren Opfer, Rituale und äußerlich sichtbarer respektvoller Gehorsam, den Gott auch nicht verachtete, der aber nicht SEIN eigentliches Ziel war, denn Hiob war in der Gefahr, sich durch sein Wohlverhalten, nämlich durch Opfer und äußerlichen Gehorsam, Gott verfügbar und kontrollierbar zu machen. (Das ist das  Wesen aller Religion) Das ist die Gefahr der 1.geistlichen Lebenshälfte, dass wir in äußerlicher Religion (im reinen eigenen Tun und zahllosen „Glaubenstechniken“ stecken bleiben).

Ich sage es mit großer Vorsicht, aber nicht wenige Bücher über Gebets und Glaubenstechniken zielen unbewusst dahin, Gott verfügbar zu machen, indem ich den richtigen Gebets oder Glaubens-Code eingebe oder auslebe und so Segnungen im Gegenzug erwarte. Wie wir gleich sehen, tat Hiob genau das:

Hiob 1:5
Wenn dann die Tage des Gastmahls zu Ende waren, ließ Hiob sie holen und heiligte sie; er stand des Morgens früh auf und brachte Opfer nach ihrer aller Zahl; denn Hiob sprach: Vielleicht möchten meine Söhne gesündigt und in ihren Herzen Gott den Abschied gegeben haben.“ Also tat Hiob allezeit.

Hiob kommt durch eine tiefe Verlust-Krise vom Kopfglauben (Hörensagen), also  genau jenem Glauben an Codes, Opfer und die richtigen Rituale und Gebete, zum Herzensglauben, indem alle Rituale scheinbar nicht den gewünschten Erfolg ergeben.

Hiob 42.5
Ich kannte Dich (Gott) vom Hörensagen . . .
Nun hat mein Auge Dich gesehen!

Dort kommt er von der ersten geistlichen Lebenshälfte, dem eigenen Tun, zum Sein in Gott, in die 2. geistliche Lebenshälfte (Er bekam alles erstattet und sogar x-fach) ein Bild für die mühelose Fülle, die aus einem reifen Leben mit Gott fließt, wenn ER handelt und nicht mehr wir! (Hiob 42.12-17) . . . und er (Hiob) erkennt nun den neuen Weg!

Schauen wir uns Mose an . . .
1.Mose 2:11
  „Zu der Zeit aber, als Mose groß geworden, ging er aus zu seinen Brüdern und sah ihre Lasten und sah, daß ein Ägypter einen Hebräer, einen seiner Brüder, schlug. Und er wandte sich hin und her, und als er sah, daß kein Mensch zugegen war, erschlug er den Ägypter und verscharrte ihn im Sand.  . . .“

Mose bekehrt sich zunächst auch mehr mit dem Kopf. Ihm wird klar, wer ER ist und wer sein eigentliches Volk ist. Er bekommt eine erste Ahnung von seiner Berufung . . .
Und seine erste Reaktion ist, voller Eifer „Etwas zu TUN“ für sein Volk und für Gott, den er zunächst nur vom Hörensagen kennt!

Und er beginnt das, was Gott selber tun will, auf seine Weise zu managen: Gutgemeint, voll Eifer aber nicht, wie Gott sich das vorstellt. (Mord & Gewalt = das Wesen unreifer Religion, siehe Kreuzzüge oder aktuell der IS)

Und Mose geht dadurch 40 Jahre in die Wüste, um von Gott seiner eigenen Stärke und Ideen entledigt zu werden. Auch hier sehen wir, das Gott kein Verwendung für das gutgemeinte eigene Wirken von Mose und seine eigenen Kräfte und Stärken hat. . . und eine ganz andere Stärke in ihm kultivieren möchte:

Das Warten auf IHN und das Kämpfen durch ihn. Dies zeigt sich am Durchgang des Schilfmeeres.

1.Mose 14:13-14
Mose sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht, tretet hin und sehet, was für ein Heil der HERR heute an euch tun wird; denn diese Ägypter, die ihr heute sehet, sollt ihr nimmermehr sehen ewiglich! Denn Der HERR wird für euch streiten, und ihr sollt stille sein!

Und später auf dem Berg Sinai:
Als er es 40 Tage aushält, auf Gott zu warten, während Aaron versucht, das unruhige Volk mit einem goldenen Kalb (Tun) zu beschwichtigen (1.Mose 32.1-5), erfahren wir.

Und dennoch scheitert er (scheinbar) im hohen Alter, als er den Fels, der in der Wüste Wasser geben soll, voll Ungeduld mit dem Stab schlägt, anstatt im Vertrauen auf Gott zu diesem zu sprechen! (5.Mose 3.25 ) Diese Scheitern, das ihm den Einzug ins verheißene Land kostete, sehe ich nicht als Strafe, sondern als ein Zeichen dafür, dass wir, solange wir hier in diesem gefallenen Leib leben, scheitern werden und immer auf Gnade angewiesen sind, selbst die moralisch Stärksten unter uns.

(Niemand erreicht Vollkommenheit unabhängig von Gnade) Und Gottes Gnade für Mose war, dass er wohl nach seinem Tod entrückt wurde und so vor allen anderen in das „eigentliche gelobte Land“ kam, das wir alle ersehnen, die himmlische Sphäre, denn er erscheint ja Jesus mit Elia auf dem Berg der Verklärung (Matth.17.3)

Hier sehen und erkennen wir, wenn wir den Text, wie so viele andere, aus dem Muster von Versagen und Bestrafung befreien, dass alles Gnade ist, auch unser scheinbares (oder echtes) Versagen!

Und auch hier geht es nicht um das Muster: „Wir sind so unwürdig!“, sondern um die Liebe des Vaters, der will, dass wir alles von ihm aus liebender Gnade erfahren und empfangen! Und wir tun uns so schwer, Gnade einfach Gnade sein zu lassen und sind so oft aufs Äußerste bemüht, unseren eigenen Beitrag dazuzugeben und genau das eliminiert Gott beim Wechsel in die 2.Lebenshälfte, wo wir zu Menschen der Sanftmut, Demut und Gnade werden, für uns selbst und für unseren Nächsten!

Schauen wir als nächstes auf David,
den Mann nach dem Herzen Gottes (Apg.13.22), in dessen Leben wir auch deutlich die 2 geistlichen Lebenshälften sehen können. Der junge David, der Löwen, Bären und Goliath tötet, der in Sauls Armee zu Ruhm und Ehre aufsteigt, bis zu dem Tag an dem die Frauen des Volkes  ihm zurufen: „Saul hat 1.000 erschlagen, David 10.000“ , erlebt nun eine Wende.

Hier setzt der Karriereknick ein und der Übergang für David in die 2. geistige Lebenshälfte oder die Transformation und tiefe Bekehrung seines Herzens beginnen. Zunächst auch hier Flucht vor Sauls Eifersucht in die Wüste, Wildnis und relative Einsamkeit, alle alten Erfolgsmuster scheinen zu zerbrechen.

Aber was hier bei oberflächlichem Hinschauen wie eine Rache König Sauls am armen David aussieht, ist in Wirklichkeit Gottes Wirken, um David und seine natürliche Stärke zu reduzieren, damit er lernt, sich auf IHN aleine zu stützen. Und auch David der Held wird in diesem Prozess „ent-idealisiert“

    • Er sucht Schutz in Ziklag bei den Feinden anstatt, Gott zu vertrauen
    • Er bricht die Ehe und ermordet heimtückisch den Ehemann der begehrten Frau, einen seiner treusten Generäle.
    • Er zählt sein Heer und Volk, weil ihm messbare Zahlen mehr Sicherheit gaben als Gottvertrauen.

Auch hier geht es Gott nicht um eine ärgerliche Bloßstellung, sondern darum, David zu zeigen, dass seine noch so noblen Kräfte und Absichten nicht für den langen Weg mit Gott taugen. So kommt es, dass Gott, David, als ER IHM als Krönung seines Lebens das Haus Gottes bauen will, liebevoll sagen muss:

Nicht du baust mir ein Haus, ich werde Dir ein Haus bauen“ (2.Samuel 7.5-12)

Und wir wissen, dass es hier im Kern gar nicht um den Tempel aus Stein ging, sondern um die Vollendung von Davids Leben, wie auch um die moralische Vollendung unser aller Leben! Das ist die Herausforderung der ersten Lebenshälfte, der geistigen Jugend (altersunabhängig) . . .

Wir sprühen in der 1.Lebenshälfte vor körperlicher Kraft, vor Ideen und Einsatzfreude und sind zutiefst von unseren guten Absichten überzeugt und „bauen“ das Reich Gottes für unsern Gott . . . Nicht ahnend, was das in der Tiefe bedeutet und fordert; und nicht ahnend welche Fallgrube und Abgründe noch in uns sind.

Schauen wir kurz noch Elia den Propheten an . . .
(1.Kö.19.2-16)
Sein Knick kommt, als er in seinem Eifer für Gott die Baalspriester erschlägt (nach der Feuerprobe), was ihm Gott nicht aufgetragen hatte (Hier ist sie wieder, wie bei Mose, die Gewalttätigkeit in der ersten Stufe des Glaubens, die sich auch wie ein roter Faden durch das Christentum zieht) und so trifft Elia der Racheschwur Königin Isebels, ihn dafür ebenfalls zu töten. Angsterfüllt  flieht er nun aus seinem Dienst in die Wüste und will dort sterben . . . (die typische Krise vor dem Übergang) Sein erstes Dienstmuster, das “Ich habe geeifert“, bricht hier offensichtlich zusammen . . .

1.Könige 19:10
Er sprach: Ich habe heftig für den HERRN, den Gott der Heerscharen, geeifert; denn die Kinder Israel haben deinen Bund verlassen und deine Altäre zerbrochen und deine Propheten mit dem Schwert umgebracht, und ich bin allein übriggeblieben, und sie trachten darnach, mir das Leben zu nehmen!

Wie einst Mose, wird der Auftrag, den Gott geben will, zunächst in eigener Kraft und mit eigenem Verstehen (auch bei Elia mit Gewalt gegen Gewalt) ausgeführt! Weil Elia nicht richtig gehört hat, wird Gott immer noch durch die Brille des eigenen Verstehens und Eifers gesehen und interpretiert.

Wie anders agiert Jesus, der den Feinden vergibt, und zur Gewaltlosigkeit aufruft. Der den Jüngern verbietet, Feuer vom Himmel fallen zu lassen, welches jene, die ihn nicht aufnehmen wollen, verzehrt. Hier sehen wir das reife Muster der 2.Lebenshälfte, auch mit Widersachen umzugehen!

Aber auch Elia wird wegen seiner Fehler nicht fallengelassen, er wird am Ende seines Dienstes lebendig in den Himmel entrückt, wie Mose . . . aus purer Gnade und nicht als Belohnung für seine tolle geistliche Performance. Nochmals . . .

  • In der ersten geistlichen Lebenshälfte . . . wollen wir Gott (gutgemeint) zeigen, was wir draufhaben!
  • In der zweiten Lebenshälfte zeigt Gott uns, was Er für uns, ohne uns, tun kann!

Die erste Lebenshälfte ist wichtig und kann nicht vermieden werden! Wir alle müssen an unsere Grenzen und Sollbruchstellen durch „Erfahrung“ geführt werden! Lehre alleine vermag das nicht!

Siehe Petrus, dem Jesus offenbarte, dass er ihn 3 x verleugnen würde. .  . aber Petrus bestritt vehement, dass ein solcher Abgrund in ihm war:

Lukas 22:31-34
Dann sagte der Herr: „Simon, Simon, der Satan hat euch haben wollen, um euch durchsieben zu können wie den Weizen. Doch ich habe für dich gebetet, dass du deinen Glauben nicht verlierst. Wenn du also später umgekehrt und zurechtgekommen bist, stärke den Glauben deiner Brüder!“ „Herr“, sagte Petrus, „ich bin bereit mit dir ins Gefängnis und sogar in den Tod zu gehen.“ Doch Jesus erwiderte: „Ich sage dir, Petrus: Noch heute Nacht, bevor der Hahn kräht, wirst du dreimal geleugnet haben, mich überhaupt zu kennen.“

Petrus musste durch Versagen erfahren, wo seine Grenzen der Hingabe waren und dass er und sein Glauben aus Gnade Bestand hatten und nicht aus seiner religiösen Willenskraft oder jugendlichen Begeisterung heraus.

Und er weint bitterlich, als er sein wahres Ego erkennt. Und wir alle kommen früher oder später an diese Bruchstellen, wo unser scheinbar so hingebungsvolles Ich Risse bekommt und scheitert. Aber hier kommt Gottes unglaubliche Gnadenökonomie  zum Einsatz, mit der er aus unserem größten Versagen Herrlichkeit schafft:

Nämlich ein demütiges Herz, Barmherzigkeit gegenüber uns selbst und dem Nächsten. Dann werden wir zu wahren Ältesten/innen, dort können wir die Geschwister stärken und ermutigen. Nicht mit besserwisserischen Ratschlägen, sondern weil wir Zerbruch und Ohnmacht und Gnade und Wiederaufrichtung selbst erlebt haben! Deshalb ist die 2. Lebenshälfte davon gekennzeichnet, immer mehr zu lernen, an SEINER Hand zu gehen, was demütigend für unser frommes Ego ist

Leider geht ein großer Teil der evangelikalen Moraltheologie in die Richtung, dass diese Wege des Versagens vermieden werden müssen, dass das fromme Ego gestärkt werden soll. Das führt am Ende zu leeren äußeren Formen und im schlimmsten Fall zu Selbstgerechtigkeit. (Älterer Bruder Syndrom aus Lukas 15)

Ich möchte diesen Teil abschließen  mit einigen Gedanken von Brennan Manning aus seinem Buch „Raggamuffin Gospel“

Der Ruf in die 2.Lebenshälfte (oder 2.Bekehrung) ist eine Zeit, in der unser erster Eifer für Gott, unser ungetesteter Idealismus und unsere erste Hingabe geprüft und geläutert wurden mit persönlichen Versagen, persönlichen Fehlern, Einsamkeit und der Erfahrung, missverstanden worden zu sein.

Das hat aber zunehmende Selbsterkenntnis zur Folge!
In dieser Zeit der scheinbaren Ernüchterung  fragt uns der Heilige Geist:
Glaubst Du wirklich, dass Gott in seiner ganzen Fülle trotzdem Hals über Kopf in dich verliebt ist?

Es ist die Zeit in der die eigenen Masken und Feigenblätter fallen dürfen und sollen!
Wo wir dem Liebhaber unserer Seele zeigen können, wer wir wirklich sind, in unserer geistlichen Armut, Leere und Zerbrechlichkeit.

Versuche nicht, etwas Frommes zu fühlen, zu denken oder zu tun, nur um erneut Feigenblätter anzulegen.

Mit aller eigenen Kraft und Willensstärke kannst du dich nicht aus dir selbst heraus verbessern!

Forciere kein verkrampftes Gebet, sondern sei ehrlich in Seiner Gegenwart und vertraue Seiner Liebe, auch wenn du sie kaum fassen kannst und bitte den Vater, Dich zu berühren!

Er will Dein Haus bauen und nicht Du Ihm Seines!

Gedicht des indischen Poeten Tagore
Es ist nicht an Dir, Blüten zum Blühen zu bringen!
Schüttle sie, schlag sie . . .
es geht über deine Kraft, sie zum Blühen zu bringen!
ER, der die Blüte zum Blühen bringen kann, tut es so einfach . . .
Er schaut sie nur an und Lebenssaft durchströmt sie!
Durch seinem Atem entfaltet sie ihre Blätter im Wind!
Farben durchfluten sie und ihr Duft ist wie Parfüm!
ER, der die Blüte (Dich) zum Blühen bringen kann, tut es so einfach . . .

Der in UNS angefangen hat das gute Werk wird es auch vollenden!

Das ist der Anfang der der zweiten Lebenshälfte, wir geben zunehmend den Platz am eignen Lenkrad unseres Lebens und Dienstes an ihn ab und lassen ihn machen. Damit werden wir zu Lichtern der Ermutigung und des Erbarmens für andere, die auf demselben Weg sind.

Was den 2. Teil der  Reise genau ausmacht und wie er uns verändert, das betrachten wir in der nächsten Session.

Die MP3 zu diesem Thema kann gratis unter http://www.czk.de/239.0.html runtergeladen werden!

Der Schatz in Dir und deinem Nächsten . . .

Uwe Dahlke Pastor im www.czk.de

Uwe Dahlke
pastoraler Leiter im http://www.czk.de

 

 

 

 

 

 

Matthäus.13.44ff
Mit dem Reich, das vom Himmel regiert wird, verhält es sich wie mit einem im Acker vergrabenen Schatz, der von einem Mann entdeckt wird. Voller Freude versteckt er ihn wieder, geht nach Hause, verkauft alles, was er hat, und kauft jenen Acker.

Ich möchte dieses Gleichnis mal nicht „klassisch“ interpretieren, sondern aus der völlig anderen Perspektive, die „UNS“ als den Schatz sieht, der Gott bewegt alles (Seine Gottheit) aufzugeben um ihn (Uns) aus Liebe zu erkaufen.

Unsere Aufmerksamkeit möchte ich auf den Umstand wenden, dass der Schatz „vergraben“ ist. Also nicht sofort sichtbar für das natürliche Auge.
Hast Du schon einmal nachgedacht, wenn Gott der Schatzsucher ist, was Gott in uns sieht und was IHN bewogen hat, so großzügig an uns Menschen zu handeln, dass Johannes schreibt: So sehr hat Gott „die Welt“ geliebt, dass er seinen einzig geborenen Sohn hergab, damit wir errettet werden?

Ein großes Problem vieler gläubiger Menschen ist die Unfähigkeit, diesen Schatz in sich selbst zu erkennen. Das heißt, das Gute, das Schöne, das Begehrenswerte, das Gott in uns sieht, in sich selber wahrzunehmen. Einen Schatz im Acker muss man aktiv im Dreck der Erde suchen, er liegt nicht einfach so an der Oberfläche. So ist es auch mit dem Schatz in uns, den Gott tief in unserer Persönlichkeit sieht, er entzieht sich dem oberflächlichen Blick.

Wir alle sollten darüber nachdenken:
Was ist da in uns verborgen, das Gott so fasziniert an uns? Selbst in dem Schwächsten von uns? Was ist in uns, dass IHN so in uns verliebt macht und ihn bewegt dieses große Opfer seines Sohnes, in dem ER ja selber Mensch wurde, für uns zu bringen (und das vor Grundlegung der Welt – Offenb.13.8)

Diese Frage muss uns direkt zu unserem eigenen Herzen führen . . .
Was sieht Gott in Dir!

1.Samuel 16:7 b
Denn Gott sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht; der Mensch sieht auf das Äußere; der HERR sieht auf das Herz (Unser Innerstes).
2.Korinther 4:7
Diesen Schatz tragen wir aber in zerbrechlichen Tongefäßen, wie wir es sind,

In uns ist etwas Kostbares. Ein Herz voller Schätze und Gaben, das Gott retten und zur ganzen Fülle hervorrufen möchte. Doch dieser Schatz ist noch umgeben vom Eigensinn und von geistlicher Unreife (das „Äußere oder das Tongefäß“, von dem Paulus schreibt)

Michelangelo & Marmorblock der Pietastatue
Michaelangelo wurde einst gefragt, wie es ihm möglich gewesen sei, die Pieta Statue so perfekt zu meißeln.
Seine Antwort war: „Ich sah sie im Marmorblock gefangen und habe sie draus befreit“.

Michaelangelo sah mehr als nur einen unförmigen Block aus Marmor . . .
er sah das Potential, das in diesem Block war und setzte es durch seinen Einsatz frei!

Genau das tut Gott unser Vater mit uns!
Er sieht das Potential in Dir und mir und setzt es persönlich frei bis wir vollendet sind!
Wenn wir gerettet sind durch die Wiedergeburt, ist unser Herz offen für Gott, aber es ist noch voller Wunden und Ängste und nicht trainiert völlig in den Wegen Gottes zu gehen.

Oft kommt der Alltag nach einer Zeit der emotionalen Begeisterung über unsere Erlösung und unsere innere Feinde, die nun versuchen, unser Herz klein und verschlossen zu halten.

Der Widersacher weiß, er kann uns nicht mehr aus der Hand unseres Erlösers reißen, aber er kann unser Leben arm machen und so die Herrlichkeit und Freude rauben, die für uns vorgesehen ist.

Unser Problem als Christ ist, dass wir oft nicht gelernt bekommen haben, uns und den Nächsten so zu sehen, wie unser himmlischer Vater uns sieht!

Was wir an uns und dem Nächsten oft sehen und dann oft verbal ansprechen sind seine Mängel, seine Fehler, seine Unzulänglichkeiten . . . oder wir sagen gar nichts und schweigen einfach und legen das Leichentuch der Gleichgültigkeit und Ignoranz über den andern.

 Ich möchte heute besonders über unsere Aufgabe kommunizieren, den inneren Schatz in uns und im Nächsten hervorzurufen. Denn diese Aufgabe ist nicht nur Gottes Aufgabe, sondern als seine Kinder auch unsere Aufgabe. Wir alle sind zu diesem überaus „prophetischen Dienst“ berufen: ein Dienst, der zum Potential, zu den Möglichkeiten in unserem Nächsten spricht und nicht zu den Unmöglichkeiten, oder den Dingen, die noch nicht da sind!

Wir praktizieren Liebe, machen sie sichtbar und wo wir das Gute in einem Menschen hervorrufen und benennen, haben wir weniger pastorale, pädagogische und psychologische Probleme zu lösen.

Es ist ein geistliches Prinzip von Saat und Ernte . . . WAS wir verbal oder durch Taten hervorrufen in einem Menschen, kommt an seine Oberfläche:

      • Wenn wir das Ego ansprechen, kommt das Ego hervor!
      • Wenn wir Ehrenhaftes ansprechen, kommt Ehrenhaftes hervor!
      • Wenn wir Mut machen, kommt Mut hervor!
      • Wenn wir nur Fehler ansprechen, kommen sie hervor und werden größer!
      • Wenn wir schweigen, legen wir ein Leichentuch über den anderen!
      • Was immer wir Gutes tun, kommt hervor und zu uns zurück!
      • Indem wir Menschen lieben, werden sie liebenswert.

Psalm 32:8-9
„Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du wandeln sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten.“ Seid nicht wie Rosse und Maultiere, die nicht verständig sind, welchen man Zaum und Gebiss ins Maul legen muss, wenn sie nicht zu dir wollen.

Schauen wir uns kurz an, wie unser Vater eigentlich mit uns arbeiten möchte und wie ER den verborgenen Schatz des Guten in uns anspricht und ihn hervorbringt . . .

Gideon (lies Richter 6.11-12) kam in seine Berufung, weil der Engel Gottes ihn als Held ansprach, als er sich noch ängstlich versteckte und sich für den Geringsten aller Männer in Israel ansah. Aber das Sprechen Gottes zum Potential in Gideon erweckte den Helden und den Befreier in Gideon. Ein Mann, der sich auf der natürlichen Ebene nur als Letzter und Geringster ansah.

Zachäus (lies bitte Lukas 19.1f) der Zöllner war verhasst wie viele Zöllner. Er trieb als Jude für die Römer Steuern ein und bereicherte sich() so an seinen Volksgenossen durch überzogene Zölle. Er galt als unrein und niemand wollte mit ihm zu tun haben, oder gar sein Haus betreten. Es wäre ein Skandal gewesen, ihn einzuladen oder zu ihm zum Essen zu gehen. Aber Jesus sah mehr als nur den Gauner und Betrüger. Er sah tief drinnen einen Schatz, ein Potential, einen Menschen, der eigentlich so nicht sein wollte. Ich weiß nicht, wie lange Gott darauf wartete, dass jemand im Heimatort des Zachäus, das tun würde, was Jesus getan hatte. Zachäus wäre sicher schon früher umgekehrt. In ihm war ein Schatz (Der Sohn Abrahams) verborgen, der darauf wartete, angesprochen zu werden.

Als Jesus diesen Schatz, das Potential anspricht, indem er quasi sagt „Du bist wert, das ich in dein Haus komme“. . . explodiert der Schatz in Zachäus und er kehrt mehr als radikal um. weil Jesus ihm Liebe, Achtung und Freundlichkeit erweist indem er bei ihm als Gast einkehrt. Während die religiöse Gesellschaft in seinem Ort ihn mit Verachtung und Ausgrenzung bestraft und ihn so in seinem Gefängnis der Sünde gefangen hält

Oder denkt an die samaritische Frau am Jakobsbrunnen, wo Jesus sich erniedrigt um Wasser von ihr zu erbitten, er sie ebenfalls wegen ihrer „Promiskuität“ nicht frontal anklagt, sondern es völlig „wertfrei“ beiläufig anmerkt. Und die Frau die vorher schamhaft am Mittag zum Brunnen kommt, um dem Getratsche der anderen „sauberen“ Frauen auszuweichen, läuft nun befreit von Scham in das Dorf und lädt jeden ein den Jesus zu hören, der ihr gesagt hat das sie 5 Männer hatte.

Freunde . . .
Güte, Liebe und das Gute im Andern ansprechen oder durch Handlungen der Demut hervorzubringen, transformiert Menschen und uns!

Menschen um uns herum warten darauf, dass ihnen jemand zeigt, durch Liebe, Annahme und Ermutigung, WER sie wirklich sind und was sie wirklich können.

Was würde es uns kosten, dem anderen zu sagen, was wir in ihm an Potential sehen? Oder sein Potential zu fördern, indem ich ihm Gnade und Langmut gebe?

Ich sage es dir:

  • Es würde uns Zeit kosten, auf Jesus zu hören.
  • Es würde uns Zeit kosten, unser inneres Herzensauge trainieren zu lassen damit wir die Größe im Nächsten erkennen, die Gott in ihm sieht.
  • Es würde uns Geduld kosten, zu warten, bis das Potential völlig an die Oberfläche kommt und der Schmutz – der auch hochkommt- beseitigt ist.

Diese Arbeit vermeiden wir gerne, weil wir so sehr mit uns beschäftigt sind und weil wir oft Rache und Vergeltung wollen. Wir haben Angst man könnte uns ausnutzen, wir haben Angst das der andere nichts lernt, wenn er ohne Strafe davonkommt. Wir nehmen das Recht lieber selber in die Hand als es Gott zu überlassen und kommen uns unglaublich weise und klug vor . . . aber wir leben am Evangelium und seiner Kraft vorbei. Wir sind wie Petrus, der Jesu fragte, ob es genug sei 7 mal zu vergeben. Das ist doch viel dachte er . . . bis Jesus ihn mit seiner Antwort das skandalös göttliche Maß an Vergebung zeigte 490mal!

Wir reden hier von einem nicht bedrohlichen ,sondern positiven Prinzip der Aussaat und der Ernte . . .

So wie wir unseren Nächsten egal ob Christ oder Nichtchrist behandeln und ansprechen, wird es zu mir zurückkommen. Was wir an Güte und Gnade säen ernten wir!

Lukas 6.38
Gebt, und es wird euch gegeben
: Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überlaufendes Maß wird man euch in den Schoß schütten. Denn das Maß, mit dem ihr bei anderen messt, wird auch für euch verwendet werden.“

Aber weil wir es nicht tun, ernten wir ebenfalls nur das Gegenteil: Schweigen wo wir Ermutigung brauchen . . . Verurteilung wo wir uns Gnade ersehenen, Bloßstellung wo wir gütiges Zudecken erhofft hatten. 

Der Grund, warum wir nicht oft so leben, ist Mangel an Selbstannahme und Selbstliebe! Matthäus 22.36ff . . . Liebe deinen Nächsten wie dich selbst . . . ! (ohne Selbstliebe gibt es keine echte Nächstenliebe und Gottesliebe!)

  • Ich kann meinen Nächsten nicht wirklich lieben, wenn ich mich selbst nicht liebe. Wir hören viel Lehre von Nächsten & Gottesliebe aber wenig von gesunder geistlicher Selbstannahme und sich selbst lieben.

 

  • So kann Ich in meinem Nächsten nicht wirklich das Gute entdecken, wenn ich es auch in mir nicht sehen kann! Darum lerne Dich mit den Augen des himmlischen Papas zu sehen Bitte ihn täglich darum, dir zu zeigen wie sehr er dich in deiner Schwäche liebt!

Aber Tatsächlich können wir nur das weitergeben, was wir selber in uns haben.

Deshalb beginnt die Schatzsuche in meinem Nächsten auch immer in meinem eigenen Herzen! Ich muss beginnen zu glauben, dass in meinem Herzen etwas sehr Gutes in mir ist.

Ja es mag noch verschüttet sein unter alten Gewohnheiten und Schwächen, aber es ist da. Bitte Gott, es Dir zu zeigen, was ihn an dir begeistert und was er vollendet in dir sieht.

Petrus der Fels: Denke immer daran, wenn Gott dich ansieht, sieht er dein Potential . . . Jesus nannte Petrus den Felsen, obwohl er ihn 3x verleugnen würde und es später in Antiochien (lies Galater 2.11) indirekt nochmals tun würde.

War Jesus kurzsichtig, als er das über Petrus sagte? Nein!

Jesus sah, was sein würde, er sprach das Potential, den Schatz in Petrus an und ER hatte Geduld und wusste, dass es Jahre dauern würde, bis dieses Potential an die Oberfläche kommen würde, und mit diesem Schatz auch all die Schwächen

1.Samuel 16:7 b
Denn Gott sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht; der Mensch sieht auf das Äußere; der HERR sieht auf das Herz (Unser Innerstes).

Beginne das Gute in deinem Herzen zu entdecken, benenne es ohne Scham und rufe es selber hervor. Du wirst merken, wie schwer das ist, und wie der Feind und du selbst dich oft anklagt und des Stolzes bezichtigen. Und gerade da merken wir, wie sehr wir neben Gottes Zuspruch den Nächsten brauchen, den Gott benutzt, um uns zu sagen, wer wir wirklich sind!!!

Deshalb tun wir dem Widersacher einen so großen Dienst, wenn wir schweigen und träge bleiben, was den Nächsten anbelangt, anstatt zu Ermutigern zu werden, die den Schatz im anderen hervorrufen.

Ich möchte uns ermutigen, unser Leben mutig dahingehend zu ändern, dass wir Menschen werden, die beginnen den Nächsten und uns selbst mit den Augen der Liebe und Gnade des Vaters zu sehen.

Ich will, dass wir Menschen werden, die den Schatz im Anderen durch Worte, Taten und Gesten hervorrufen und dies nicht nur als emotionalen Hip für ein paar Tage tun, sondern das zu einer Lebenshaltung machen.

Aufgabe: 

  • Werde zu einer positiven Präsenz in einer negativen Welt!
  • Werde ein Ermutiger – lerne jeden Tag einen Menschen ehrlich zu ermutigen und zu bestätigen.
  • Tue es in deiner Familie, Firma, Gemeinde, im Freundeskreis
  • Benutze e-mail, Postkarten, Fax, SMS, Telefon oder ein persönliches Wort oder ein kleines oder großes Geschenk
  • Tue es regelmäßig, mache eine Gewohnheit daraus und denke daran: „Was Du säst, wirst du ernten!“

Diese Gedanken können auch als MP3 Predigt unter http://www.czk.de (Predigtdownload Uwe Dahlke) gratis runtergeladen werden  – Titel (Jäger des verlorenen Schatzes)

Verlorene Söhne/Kinder (Teil 3 von 3)

 

Uwe Dahlke Pastor im www.czk.de

Uwe Dahlke
pastoraler Leiter im http://www.czk.de

 

 

In unserem Blog von den verlorenen Söhnen kommen wir jetzt zum 2. Sohn, dem älteren Bruder und zum Abschluss  dieses Gleichnisses.

Hier müssen wir unbedingt verstehen, dass Jesus das Gleichnis an die „vermeintlich Frommen, Thora/Bibeltreuen, gläubigen Juden richtet und nicht primär an die „Sünder“!

Lukas 15:1-3
Es nahten aber zu ihm allerlei Zöllner und Sünder, dass sie ihn hörten. Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isst mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach . . .

Im aktuellen Kontext spricht dieses Gleichnis zu  Christen, die bemüht sind „biblisch“ korrekt zu leben und  sich dabei, ohne es zu merken, über die „Nichtchristen oder schwachen Christen oder liberalen Christen“ erheben und ärgern und nicht wahrhaben wollen, das Gott ihnen Gnade in einer Weise zuwendet, die wir als nicht „fair bzw. verdient“ betrachten!

Schauen wir ihn uns deshalb den älteren Bruder etwas näher an: Er war der Ältere und er war auch der Erstgeborene.

Lukas 15:11-12 (Die verlorenen Söhne)
Und er sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne. Und der jüngste unter ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Teil der Güter, das mir gehört. Und er teilte ihnen das Gut.

Im Orient war es Brauch, dass der Erstgeborene einen deutlich größeren Erbanteil bekam als die Nachgeborenen. Der Grund dafür war: Damit einher ging die Verantwortung für die ganze Familie, die auf dem Erstgeborenen lag. Er war gewissermaßen auch verantwortlich für das Wohl der ganzen Familie, er wurde nach dem Tod des Vaters- Oberhaupt, aber auch „Löser“ für in (wirtschaftliche) Not geratene Familienmitglieder. (Siehe Ruth/Boas im Buch Ruth im AT)

Wir lesen, dass der Vater das Erbe unter beiden Söhne aufteilte . . . das bedeutet, dass daraufhin auch der ältere Sohn seinen Anteil zugeteilt bekam. Wohl mit der Einschränkung, dass der Vater darüber verfügen konnte, solange er lebte. Aber wichtig für das spätere Verständnis seiner Reaktion- ist, zu sehen, dass der ältere Bruder auch Verfügungsgewalt über sein Erbe hatte, denn das Erbe war ja bereits  aufgeteilt (Vers 12)

Was zeichnet den älteren Bruder aus?
Er ist derjenige, der von seinem Wesen her versucht, dem Vater in allem zu gefallen . . . Er steht für die „Rechtgläubigen“ . . .  Er will alles richtig machen und das Böse vermeiden. . . Er will das Risiko, einen Fehler zu machen, auf keinen Fall eingehen . . . Er will alles gut und korrekt machen! Seine Haltung war auf gar keinen Fall falsch oder böse . . . Sein Problem war ein ganz anderes  . . .

der ältere Bruder

der ältere Bruder

 

Sein eigentliches Grundproblem entsprach genau dem des jüngeren Bruders . . . Er verstand nicht, wie sehr er bereits geliebt war, aus der simplen Tatsache heraus, das er SOHN war! Er glaubte, die Liebe des Vaters verdienen zu müssen! Während der jüngere Sohn die Liebe, die er nicht verstand, woanders suchte . . .

 

Treten wir hier einen Schritt aus dem Gleichnis heraus . . . und übertragen es auf uns!
Da ist eine Liebe des himmlischen Vaters, die wir alle, noch so wenig im Herz verstanden und erfahren haben! Ich rede von jener „unkonditionellen“ Liebe des Vaters, mit der Er uns geliebt hat, als wir noch gar nicht existierten und somit auch noch gar nichts tun konnten, um uns diese Liebe zu verdienen.

 

Jeremia 31:3  ‚
Der HERR ist mir erschienen von ferne: Ich habe dich je und je geliebt; darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.
1.Johannesbrief 4:19
Lasset uns ihn lieben; denn er hat uns zuerst geliebt.
Römer 5:8
Gott aber beweist seine Liebe gegen uns damit, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.

 

Unbewusst glauben wir Christen oft: Gott liebt den Menschen erst nach seiner Bekehrung wirklich und vorher ist da so etwas wie eine allgemeine göttliche Sympathie, die sich erst in Liebe verwandelt, nachdem wir uns bekehren.

Aber schauen wir kurz auf uns selber:
Da existiert eine Liebe in uns, die uns dazu treibt, Kinder zu zeugen. Wir wünschen uns Kinder und wir zeugen/ gebären sie, wir lieben sie (im Idealfalle) schon, wenn sie noch im Bauch sind und wenn sie ankommen, rennen sie in unsere Liebe . . . und wiederum im Idealfall wird unser Kind niemals aufhören unser Kind zu sein egal was es tut! (Diese elterliche Liebe ist im Vergleich zu Gott nur ein schwacher Vergleich, aber er hilft uns, hoffentlich ein wenig zu verstehen)

Zurück zum Gleichnis:
Beide Söhne waren geliebt, einfach um ihrer selbst willen . . . Aber beide Söhne waren geistlich noch nicht fähig, diese Liebe zu erkennen oder gar zu schätzen
.

Und so wusste der Vater, dass beide Söhne (der Rebell & der Religiöse)  . . . den schmerzhaften Weg der Erfahrung gehen müssen ,  . . um zu erfahren, was die wahre Liebe ist, und dass wahre Liebe nie verdient werden kann! Und das war auch das Dilemma des Älteren, wie wir gleich sehen werden . . .

Aber kurz nochmals zu uns Christen . . .
Das ist auch häufig unser Problem  . . . Wir können es oft nicht fassen, dass wir vom Vater geliebt sind, ohne Vorleistung!

Durch die geistigen Auswirkungen des  Sündenfalls sind wir oft auch nach der Bekehrung überzeugt, dass die göttliche väterliche Liebe verdient werden muss . . . Je nach konfessioneller Herkunft ist das dann unterschiedlich ausgeprägt (von extrem gesetzlich bis dahin, dass ich mich ja wenigsten selber bekehrt habe und in meiner Bekehrung bleibe – Ich tue also meinen Teil und Gott seinen Teil an der Erlösung) (Es heißt aber: Der in Euch angefangen hat das gute Werk . . . der wird es auch vollenden!) Und das ist es auch, was wir meistens im Leben erleben.

Selten und sehr gering sind die Erfahrungen, in denen uns menschliche Liebe, völlig frei und unabhängig von Konditionen zu Teil wird, wir also etwas völlig ohne Leistung empfangen . . . und wenn doch, fällt es uns oft so schwer, es anzunehmen. Aus diesem Grund erfassen viele von uns auch nicht die Liebe unseres Vaters, die uns schon geliebt hat, bevor wir ihn kannten oder ein bewusstes Ja zu ihm hatten.

Und genau das macht die Gnade für uns so schwer fassbar und wir umgeben sie immer noch mit so vielen Konditionen, die wir glauben, erfüllen zu müssen, um diese Gnade zu erhalten und zu behalten!

Und genau das, ist das Dilemma des älteren Bruders, in dem wir uns auch wiederfinden können . . .

Er weiß nicht wirklich, dass er schon geliebt ist, und er geht davon aus, die Liebe des Vaters durch harte Arbeit in den Feldern und im Gehorsam verdienen zu müssen.

Das teuflische daran ist:
Es ist nie genug . . . Immer gibt es noch etwas, das man besser machen könnte,
immer noch ein Ecke im Charakter, die noch nicht geheiligt ist . . .
Etwas, worin man noch besser werden sollte . . .

Und genau diese Beschäftigung mit uns und unserer Heiligung, und damit mit uns selbst, entfremdet uns immer mehr vom Vater selber und seiner Liebe . . .

In dieser Falle war der ältere Bruder gefangen, als er von den Feldern zum Haus kommt und den Lärm der Feier hört . . .

Lukas 15.25-32
Aber der älteste Sohn war auf dem Felde. Und als er nahe zum Hause kam, hörte er das Gesänge und den Reigen;  und er rief zu sich der Knechte einen und fragte, was das wäre.   Der aber sagte ihm: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat ein gemästet Kalb geschlachtet, dass er ihn gesund wieder hat.  Da ward er zornig und wollte nicht hineingehen. Da ging sein Vater heraus und bat ihn.  Er aber antwortete und sprach zum Vater: Siehe, so viel Jahre diene ich dir und habe dein Gebot noch nie übertreten; und du hast mir nie einen Bock gegeben, dass ich mit meinen Freunden fröhlich wäre. Nun aber dieser dein Sohn gekommen ist, der sein Gut mit Huren verschlungen hat, hast du ihm ein gemästet Kalb geschlachtet. Er aber sprach zu ihm: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, das ist dein.  Du solltest aber fröhlich und gutes Muts sein; denn dieser dein Bruder war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist wieder gefunden

Wir sehen hier, die Frustration und Wut, anstelle der Freude über die Heimkehr des Bruders, entlädt sich an der vermeintlichen Belohnung des schlechten Verhaltens des jüngeren Bruders ,beziehungsweise der fehlenden Belohnung eigener moralischer Leistungen durch den Vater!

Er (der Ältere) bezeichnet sein „beim Vater sein und gehorsam sein“ als Dienst (douleou=sklaverei)

Hier sehen wir das Wesen der Religion und warum der religiös Orientierte . . . sich mit Gnade so schwer tut. Glauben ist für ihn etwas, das ER tut und tun muss, um etwas zu erlangen!

Uns muss klar sein, das dies ein pointiertes Gleichnis ist, deswegen werden die Charaktere auch etwas überzeichnet . . .

Aber es geht hier um die Haltung der vermeintlich Rechtgläubigen (heute gläubiger Christen), zu denen die Nichtchristen, oder schwache Christen sind und aus der Sünde kommen und vom Vater in ihren Augen dennoch völlig unrechtmäßig und vor allem UNVERDIENT Gnade empfangen.

Der ältere Sohn rechnet dem Vater genau vor, was er getan hat, und was er NICHT dafür bekommen hat und was der jüngere „Taugenichts“ völlig unverdient erhält (sogar ein neues Erbe!)

Die Antwort des Vaters ist: Mein Sohn, du bist allezeit bei mir, und alles, was mein ist, das ist dein!

Du bist bei mir! Sagt der Vater . . . Aber nicht mit dem Herzen, denn wenn dein Herz bei mir gewesen wäre hättest du erkannt, dass du ein geliebter Sohn bist, dem alles, was mir gehört, auch gehört! Der feiern kann, wann immer er will! Aber du warst mit Dir und deinem Dienst beschäftigt anstatt mit MIR und meiner Liebe zu dir.

Die Bedeutung für uns Christen . . .
W
ir können jahrelang in der Gemeinde sein, Dienste haben, moralisch gut dastehen, großzügig geben!
Und doch tun wir es auch als „PERFORMANCE“ ohne Liebe,- weil wir insgeheim meinen, es tun zu müssen.
Und bei jeder Gelegenheit stellen wir – dann zur Schau, was wir tun und die anderen nicht-!

Selbstgerechtigkeit schleicht sich so schnell ein und wir merken es oft nicht!

ICH bin dann ein(e) ältere(r) Sohn/Schwester . . .
Wenn ich dauernd aufrechne, nicht wirklich vergeben kann,
Dinge nach Jahren immer noch anderen vorhalten musst,
bei jeder Gelegenheit anbringen musst, was ich tue und andere nicht tun . . .
Gnade nur 7 x gebe anstatt 7×70 mal!

Eine wunderbare Parallele  zum Gleichnis von Lukas 15 finden wir in
Matthäus 20:10-15 im Gleichnis der Tagelöhner
Als aber die Ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; da empfingen auch sie jeder einen Denar. Und als sie ihn empfangen, murrten sie wider den Hausherrn  und sprachen: Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, und du hast sie uns gleich gemacht, die wir des Tages Last und Hitze getragen haben. Er aber antwortete und sprach zu einem unter ihnen: Freund, ich tue dir nicht Unrecht. Bist du nicht um einen Denar mit mir übereingekommen? Nimm das Deine und gehe hin! Ich will aber diesem Letzten so viel geben wie dir. Habe ich nicht Macht, mit dem Meinen zu tun, was ich will? Oder siehst du darum böse drein, weil ich so gütig bin?

Dieses Gleichnis verstärkt die Aussagen von Lukas 15   . . .
Es geht hier ebenfalls um sehr unterschiedliche Leistungen und scheinbar ungerechte Belohnungen.
Die Akteure sind Menschen, der Belohnende ist der Vater und es geht um Gnade und Erlösung . . .
die nicht nach unseren menschlichen Leistungsmaßstäben verdient wird . . .

In allen diesen Gleichnissen geht es Jesus um eines . . .
Zu zeigen, das  Gnade unverdienbar ist und das der Vater sie aus Erbarmen und NICHT als Belohnung für korrektes Verhalten oder ausreichenden Dienst oder moralischer Würdigkeit  gibt.

Beide Gleichnisse setzen das natürliche menschliche „Rechnen“ und „Gerechtigkeitsempfinden“ außer Kraft und sollen zeigen das Gnade skandalös unverdienbar ist!
ER ist beiden Kindern gegenüber gütig und barmherzig . . . Dem „Rebellen“ und dem „Religiösen“ . . . beide haben sich verlaufen, beide müssen in ihrem inneren Verloren sein gefunden und heimgebracht werden, wobei es der in Religion Verlorene innerlich immer schwerer hat, sein verloren sein einzusehen.

Gnade kann nicht verdient werden! Sie ist etwas, das der Vater gibt, weil ER sich von Anfang an dazu entschlossen hat und nicht weil wir etwas moralisch dazu getan haben.

Das Gleichnis hat noch 2 weitere Akteure . . . und sie sind es, denen wir ähnlich werden sollen

Den Vater und den Erzähler Jesus . . .

Jesus ist gewissermaßen unser aller älterer Bruder . . . Er ist der Sohn, der vollkommen gehorsam, war, der immer im Vaterhaus war . . .
(Ehe Abraham war, bin ich Joh. 8.58)

Römer 8:29
Denn welche er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbilde seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. . .

Aber er ist der ältere Bruder, der das Vaterhaus sogar freudig verlässt um seine jüngeren (in eigener Schuld) verlorenen Geschwister zu suchen, zu finden und den Preis für ihre Rückkehr ins Vaterhaus  zu bezahlen   . . .

Erinnern wir uns, das Erbe wurde vom Vater geteilt!

Lukas 15:11-12 (Die verlorenen Söhne)
Und er sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne. Und der jüngste unter ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Teil der Güter, das mir gehört. Und er teilte ihnen das Gut.

Im Gleichnis gab der Vater dem jüngeren  Sohn wieder ein Erbe (Ring & Schuhe), da das Erbe ja schon geteilt war, und der eine Teil vergeudet war! Vom wessen Erbe wurde dann die erneute Sohnschaft bezahlt?  . . . Richtig vom Erbe des Älteren!

Jesus gab sein Leben (Erbe) für uns, er kam in unser fernes Land (verlorene Welt) aus dem Vaterhaus, um uns zu finden und zu retten und heimzubringen . . .

Sein Wesen ist nicht, Gnade aufzurechnen und zurückzuhalten oder dafür adäquate Leistung zu fordern . . . Er ist dem Wesen des Vaters völlig gleich und ER ist der Vater. Dieses Wesen sehnt sich nach den verlorenen Kindern und kennt nur ein Ziel . . . sie alle aus den Tälern der Rebellion und selbsterlösenden Religion heimzuholen . . .

Matthäus 5:44-48 (Das Wesen der Trinität)
Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen auf dass ihr Kinder eures Vaters im Himmel seid. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.  Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, was habt ihr für einen Lohn? Tun nicht die Zöllner dasselbe? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Tun nicht auch die Heiden ebenso?  Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer himmlischer Vater vollkommen ist!

Dieses Gebot ist eines der schwersten Gebote . . . weil es genau den Kern des „älteren- Bruder Syndroms“ trifft . . .
Jemanden Gnade und Güte erweisen, der es ganz offensichtlich überhaupt nicht verdient!
Jemandem, der einem Schaden zugefügt hat, vergeben und dann aus dem eigenen Erbe auch noch das vergeudete Erbe finanzieren?!

Das ist die Wut des älteren Bruders und der hart arbeitenden Tagelöhner . . . Eben der in Religion Verstrickten, die glauben selber am härtesten gearbeitet und geglaubt zu haben, und jetzt sollen die anderen, die das offensichtlich nicht getan haben, ihnen gleichgestellt werden? Bitte missversteht das nicht!

Der ältere Bruder war nicht schlecht, in dem was er für den Vater tat! Aber ihm fehlte als Motiv seines Tuns die Erkenntnis, das er bereits Geliebter des Vaters war und ein Erbe besaß . . . Und somit war er auch nicht fähig zur Barmherzigkeit, zum Großmut, zur Großherzigkeit, aus dem eigenen Erbe abzugeben . . . Zu sagen . . . Vater, ich will, dass ER bei uns ist, auch wenn es mich etwas kostet.

Wir kommen zum Ende . . .

Dieses Gleichnis soll das Herz und die  „bedingungslose“ Liebe unseres Vaters zeigen . . .

Wenn wir diese Liebe nicht im Herz verstehen und empfangen, werden wir zum älteren Bruder, der immer nur rechnet und gegenrechnet . . . weil er selbst in der Liebe noch nicht angekommen ist.

Dies geht uns auch heute als Christen etwas an . . .

Wir sind nicht primär berufen, Gott und das Evangelium zu erklären, sondern seine vergebende skandalöse Gnade  an uns selbst zu erfahren!
Zu erfahren, wie sehr wir selber vom Vater in unserer schwächsten Stunde geliebt sind!
Wenn diese erfahrene Liebe uns antreibt, werden Menschen angezogen, ohne dass wir sie anpredigen müssen . . .
unser Leben wird Güte, Freundlichkeit und Liebe ausstrahlen . . . die einfach anziehend wirken . . .
dann wird unser Reden und Lehren von etwas bestätigt, das tief aus uns heraus kommt und in den Menschen Frucht bringt . . .

Das war das Geheimnis Jesu, warum er die Sünder um sich herum anzog,  was die Frommen ja so sehr irritierte!

Lukas 15:1
Es nahten aber zu ihm allerlei Zöllner und Sünder, dass sie ihn hörten. (Wie wäre das, wenn wir hier unseren Namen oder den Namen unserer Kleingruppe oder Gemeinde eintragen könnten)

Jesus lebte in dieser unbegreiflichen Liebe des Vaters und er strahlte diese Liebe des Vaters zu ALLEN Menschen aus. Der Vater möchte uns ermutigen, genau diese Liebe, mit der wir zuerst geliebt sind, zu empfangen . . . um frei zu sein, uns unsere Vaterliebe nicht mehr zu verdienen . . . Geliebte arbeiten nicht um geliebt zu sein, sie wirken, weil sie Geliebte sind!

Für manche von uns „Christen“ ist dahinzukommen, oft ein Prozess, der mit dem Zerbruch unserer eigenen Gerechtigkeit und Selbsterlösung einhergeht . . . der uns dann aber befähigt voller Freude zu sehen, wie die verlorenen Söhne und Töchter verprasster Erbteile und Taglöhner der letzten Stunde heim und reich beschenkt aus unserem Erbe und Lohn ins Vaterhaus kommen . . .

 

Lukas 6:36 – 38
Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.
Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet.
Verdammet nicht, so werdet ihr nicht verdammt.
Vergebet, so wird euch vergeben.
Gebt, so wird euch gegeben.
Ein volles, gedrückt, gerüttelt und überfließend Maß
wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß,
mit dem ihr messet, wird man euch wieder messen.

Bei Interesse sende ich gerne einen aktuellen Link zu unter dem die gesamte Reihe als gratis MP3 Vortrag oder Videodatei geladen werden kann. (ud@czk.de)

Das Gleichnis der “ Verlorene Söhne/Kinder (2 von 3)

 

Uwe Dahlke Pastor im www.czk.de

Uwe Dahlke
pastoraler Leiter im  www.czk.de

Wir wollen  das Blog-Thema „verlorene Söhne“ fortsetzen und  hier intensiv die Heimkehr des jüngeren Sohnes in das Vaterhaus betrachten!

Lukas 15:1-3
Es nahten aber zu ihm allerlei Zöllner und Sünder, dass sie ihn hörten.Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isst mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach . . .

Kurze Zusammenfassung:
Dieses Gleichnis richtet sich nicht an die „Verlorenen“ – Sondern an die Gläubigen Juden zur Zeit Jesu und auch wir (Christen) heute- müssen dieses Gleichnis aus genau dieser Perspektive lesen und verstehen. Jesus spricht primär zu uns, den Christen, über jene, die er begnadigen will  . . . Und hier besonders über die, die es unserer heutigen Meinung nach so nicht verdient haben.

Die Empörung der Pharisäer, und später die  des älteren Bruders im Gleichnis, hat etwas mit der völlig unverständlichen Barmherzigkeit des Vaters zu tun . . . die sich auch im Umgang Jesu mit den Sündern, die ihn umgaben, zeigte . . .

Offensichtlich predigte Jesus die „Unfrommen Sünder“ nicht frontal an, er hielt auch keine flammende Bußpredigt mit reichlich Drohungen, denn dann hätten die Pharisäer sich nicht aufgeregt. Es war die Art, wie Jesus den Sündern in Liebe und Freundlichkeit begegnete, die sie (Die Frommen) zutiefst irritierte.


Dieses Gleichnis muss uns also heute auch genau hier treffen und belehren, sonst verfehlt es seinen Sinn!
Wir sind zum Teil heute als Christen ähnlich unterwegs . . . Ein großer Teil evangelikal-christlicher Kommunikation (Evangelisation) zu den Nichtchristen geht in die Richtung, dass wir ihnen sagen – Was sie nicht sind!
Wir kommunizieren eher: Werde erst einer von uns, dann können wir Gemeinschaft haben!

Jesus handelte völlig anders . . . Er ging am Zoll des Matthäus vorbei und sprach zu ihm (ohne Alphakurs 🙂  Folge mir nach!

Und Matthäus tat es . . . Es war der Moment seiner Neugeburt, Gott sprach Leben in ihn hinein und füllte ihn mit seinem Geist.

„Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt
Johannes 15.16

Nach der geistigen Neugeburt kommt das Lernen, Wachsen und Reifen . . . Für den Pharisäer war diese Art der Gnade, dieser Weg ohne moralische Vorleistung, ewiges Leben zu empfangen, völlig unverständlich . . .

Und so muss dieses Gleichnis auch heute zu uns sprechen, sonst ist es wertlos . . .
Es muss zu uns über Menschen sprechen, die Gott „Heute“ in einer Weise begnadigt, die möglicherweise unseren Ärger hervorrufen kann.
Menschen, deren gnädige Rettung wir nach unserem Verständnis nicht nachvollziehen können!

Gehen wir nun in das Gleichnis zurück zur Passage , in der der jüngere Bruder sich aufmacht, nach Hause zu gehen . . .

Aktuelle evangelikale Auslegung hat dieses Gleichnis oft aus seinem Kontext genommen und den Sohn zum Herz zerreißenden Büßer mutieren lassen, der vor allem wegen seines Bußspruchs (Vater ich habe gesündigt) nichts anderes als Mitleid verdient . . .

Die gängige Auslegung ist, dass die Bußansprache des jungen Bruders das Herz des Vaters erweichte und ihn von seiner Herzensumkehr überzeugte, so dass er ihm als Belohnung vergab.

Hier liegt ein starkes Verständnis-Problem des Gleichnisses begraben . . . Wir glauben, dass Buße (metanoia) etwas ist, das wir hervorbringen können und vor allen Dingen auch durchhalten können. Aber die Gnade der Buße metanoia (=Umdenken  Richtungswechsel ganz praktisch, nicht nur im theologischen Denken) ist etwas, das alleine vom Vater selber geschenkt wird, und nicht durch uns hervorgebracht wird.

Buße (metanoia) ist weder eine intellektuelle noch moralische Leistung von uns, sondern ein Geschenk Gottes, das zu jedem Zeitpunkt unseres Lebens zu uns gelangen kann  . . . und zwar dann, wenn Gott den kairos (die gelegene Zeit/ der einzigartig bestmögliche Zeitpunkt überhaupt) dafür gekommen sieht . . .

So kann Metanoia (Buße) geschehen, wenn wir am Boden unserer Sünde und ihrer Folgen aufschlagen. Aber es kann auch mitten im glorreichen Sündenleben geschehen, wo es uns noch völlig „gut“ geht, wie z.B Matthäus oder Paulus . . . Markus 2:14Und da Jesus vorüberging, sah er Levi, den Sohn des Alphäus, am Zoll sitzen und sprach zu ihm: Folge mir nach! Und er stand auf und folgte ihm nach. Johannes 6:29 Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.

Apostelgeschichte 9.3-18 (Das fast gewaltsame Bekehrungserleben des Saulus/Paulus)

Das macht die Umkehr, wenn der Vater sie initiiert  skandalös, denn plötzlich  gibt es  keinen Raum für mein eigenes Würdig -Sein oder die eigene Leistung meiner Zerknirschung, oder meiner Sinnesänderung. Sie passiert einfach . . . sie ist ein göttliches Mysterium. Das wollen wir oft in unserm  Verlangen, alles logisch zu verstehen und erklären können zu wollen, nicht wahrhaben. Glauben wir wirklich, Matthäus hat nur aus seinem eigenen, puren Verstand heraus, sein Geschäft stehen und legen lassen? Es war eine größere Macht als sein Verstand, die ihn zog . . . nämlich Gottes Werk !

Es ist alleine Gott, der kommt, sucht, findet und uns dann sein Leben zuspricht!

Hesekiel 36:26-27
Und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euch legen; ich will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben; ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Satzungen wandeln und meine Rechte beobachten und tun.

 

Vielleicht verstehen wir jetzt, warum Jesu seine 3 Gleichnisse mit 2 Gegenständen beginnt, die sich selber gar nicht finden können oder von alleine auch nicht umkehren können

  • Das verlorene Schaf
  • Das verlorene Silberstück 

Es hat einen tieferen Sinn, warum ER damit beginnt . . . es geht IHM einzig und allein darum, klar zu machen, dass Buße, Umkehr und das Zurückkommen nicht unsere Werke sind, sondern die Werke der unbegreiflichen Gnade eines liebenden Vaters.

Exkurs. . .
Unsere menschliche Logik will hier verstehbare Erklärungen und hängt sich an der Theologie des „Freien/Unfreien Willens“ auf (Arminianismus vs Calvinismus) anstatt demütig stehen zu lassen was Gott über sich selbst sagt in:

Jesja 55:8  „Meine Gedanken sind nicht wie eure Gedanken, / und eure Wege nicht wie meine Wege!“, spricht Jahwe. „Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, / so weit reichen meine Gedanken über alles hinaus, was ihr euch denkt, / und meine Möglichkeiten über alles, was für euch machbar ist.

Es fällt uns Menschen oft schwer anzunehmen, das wir nicht alles über Gott logisch, stringent und linear erklären können. Gerade im evangelikalen Protestantismus, der alles erklären will, müssen wir wieder lernen, wie die Kinder zu werden und demütig anzuerkennen, dass wir nicht alles über Gott menschlich logisch in eine Verstandesbox sperren können. Wir müssen wieder lernen, dass es Geheimnisse (Mysterien) Gottes geben darf.

Denken wir doch mal demütig im Thema „Freier Wille“ darüber nach: Konntest du entscheiden welches Geschlecht du bekommst, in welcher geographischen Region du geboren wurdest, in welchem Zeitalter, in welcher Religion, konntest du deine Herkunftsfamilie aussuchen, deinen Körperbau, deine genetischen Veranlagungen, dein Aussehen, wieviel Intelligenz dir gegeben wurde, wieviel ist dir passiert „positives & negatives“ das du nicht voraussehen konntest?

Ich persönlich glaube das wir die Linien freier und unfreier Wille eben nicht mit menschlicher Logik bestimmen können, sondern es als ein Geheimnis eines unendlich liebenden Gottes, vertrauensvoll stehen lassen können. Das ER keinen Fehler macht und wir dennoch keine dummen Marionetten sind, sondern unendlich geliebte Kinder, denen alle Dinge zum Besten dienen, reife Töchter und Söhne Gottes zu werden.

Sprüche 16:9
Des Menschen Herz denkt sich einen Weg aus; aber der HERR lenkt seine Schritte.

 

Schauen wir uns nun mal die Bußrede des verlorenen Sohnes etwas genauer an und werden dann staunen was sie eigentlich beinhaltet . . .

Lukas 5:16
Und er begehrte seinen Bauch zu füllen mit Trebern, die die Säue aßen; und niemand gab sie ihm. 15:17  Da ging er in sich und sprach: Wie viel Tagelöhner hat mein Vater, die Brot die Fülle haben, und ich verderbe im Hunger! 15:18  Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir 15:19  und bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße; mache mich zu einem deiner Tagelöhner!

Sein Kernmotiv nach Hause zu gehen, waren der Hunger und die bittere äußere Not („Ich verderbe hier im Hunger“) Es war nicht primär sein Unrecht, das ihm in den Sinn kam, es war die bittere Not, die ihn antrieb nach Hause zu gehen . . .

Sein verbal dem Vater bekanntes Unrecht war nur der Mantel, mit dem er sein eigentliches Motiv (den Hunger & Not) zudeckte!

Was er dann macht, ist, dem Vater einen frommen Deal vorzuschlagen . . .

  • Er kann aus seiner menschlichen Sichtweise sehr wohl erkennen, dass er ein Vermögen durchgebracht hat!
  • Er kann erkennen, dass sein Vater zu Recht sauer wäre und, dass er eigentlich nichts zu erwarten hat.
  • So schlägt er einen Handel vor und gewissermaßen auch seine Bestrafung, die ihm aber das Überleben (wenn auch als Tagelöhner) sichern würde.

 Das ist sehr desillusionierend und von der heroischen Bekehrungsrede bleibt nicht viel innere geistliche Substanz.
Aber genau darum geht es . . . Gnade kommt nicht zu uns, weil wir uns ihr würdig erweisen, weil wir ein besonders tiefes Maß an innerer Zerknirschung und Buße vorweisen. Gnade kommt, weil der Vater sie geben will und schon längst entschieden hat, sie zu geben, sie hat nichts mit der aktuellen Bußrede und Selbstwürdigmachung des Sohnes zu tun!

Was ist nun das Großartige an diesem Teil des Gleichnisses?
Was die frohe Botschaft?

Der Vater sucht nicht unsere noble innere Bußhaltung- oder eine eigene Sündenerkenntnis, die mit heißen Tränen der Reue und flammenden Schwüren der Besserung garniert ist; nun ein neues Leben zu beginnen . . .
Das ist die Art und Weise, wie wir zulange Buße und Umkehr in der bibeltreuen Szene „verkauft“ haben.  So viel eigenes Wollen und Können hatten wir hier versteckt  und so viel Scheitern und Heuchelei war und ist so vorprogrammiert!

Der Vater (unser Vater) liebte den Sohn (und uns) von Anfang an . . . Er liebte ihm vom Moment seiner Geburt, bis zu dem Moment seiner Forderung nach dem Erbe! Er liebte ihn in jedem Moment seiner Abwesenheit (Sünde) und er wartete auf den richtigen Moment (kairos), um sich mit seiner Liebe und Gnade zu offenbaren . . . Nicht weil der Sohn scheinbar reuig zurückkam, sondern weil er in den Augen des Vaters am richtigen Punkt des persönlich erfahrenen Zerbruchs und Scheiterns war.

Selbst unsere Verfehlungen dienen uns zum Besten, denn in ihnen lernen wir früher oder später „wie es NICHT geht“ und Barmherzigkeit mit anderen. Und so paradox es klingt „Verfehlungen krampfhaft zu vermeiden“ führt in die Sünde der Selbstgerechtigkeit und Selbsterlösung und Lieblosigkeit, wie es beim älteren Bruder geschah, den wir später genauer ansehen werden. Schauen wir nun, wie liebevoll der Vater dem „Heimkehrer“ begegnet . . .

Lukas 15:20
Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater. Da er aber noch ferne war, sah ihn sein Vater, und es jammerte ihn, lief und fiel ihm um seinen Hals und küsste ihn. 15:21  Der Sohn aber sprach zu ihm: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir; ich bin hinfort nicht mehr wert, dass ich dein Sohn heiße. 15:22  Aber der Vater sprach zu seinen Knechten: Bringet das beste Kleid hervor und tut es ihm an, und gebet ihm einen Fingerreif an seine Hand und Schuhe an seine Füße, 15:23  und bringet ein gemästet Kalb her und schlachtet’s; lasset uns essen und fröhlich sein! 15:24  denn dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden. Und sie fingen an fröhlich zu sein.

Was sehen wir hier? Als er noch ferne war, in der Distanz zum Vater war!
Es gab noch keine Gelegenheit Entschuldigungen loszuwerden, Erklärungen abzugeben, die eigene Schuld zu rechtfertigen oder abzumildern . . .
Da schon schaute der Vater aus nach ihm, da schon entschloss der Vater, sich ihm entgegenzurennen.

Hier lernen wir schon etwas ungeheuer Wichtiges und ich wünsche mir so, dass wir das verstehen! In der Erlösung und in der Vergebung ist der VATER der Handelnde und nicht wir!

Das gilt bei der Bekehrung/Neugeburt und das gilt, wo immer wir als Kind Gottes Vergebung brauchen!
Es ist der Vater, der uns sieht und kennt, und mit einer unfehlbaren Liebe liebt, die unser Verstehen weit übersteigt und ans skandalöse grenzt.

Nochmals der Sohn stolpert mit seiner „halbgaren“ Entschuldigung nach Hause, aber der Vater ist voller Liebe und entscheidet, bevor ein Wort gewechselt ist: Jetzt ist mein Moment gekommen IHN zu überwältigen mit meiner Liebe und Güte . . .

Der Vater handelt und nicht der Sohn . . . Dann, wenn wir den Vers (Luk.15.20) aufmerksam lesen . . . Der Vater reagiert verbal gar nicht auf die Buß-Ansage des Sohnes, sondern fordert voller Ungeduld die Zeichen der wiederhergestellten Sohnschaft von seinen Dienern.

Bleiben wir ein wenig dort . . . 

Das erste, was geschieht, ist die Bekleidung mit dem Ehrengewand! Was lernen wir daraus?
Der Vater spielt nicht das Spiel der öffentlichen Demütigung mit uns, wie es Menschen (die Presse) oder mache geistlichen Leiter ! (Gang nach Canossa) z.B Bekenne deine Sünden öffentlich und tue öffentlich Buße vor der Gemeinde etc.

Ganz anderes regiert Gott unser Vater!
Er wusste, mein Kind ist genug gedemütigt und gestraft durch das, was es sich selber zugefügt hat! Wo andere auf dem Heimweg vor ihm ausgespuckt haben, oder gesagt haben „Dreckspenner“ hau ab hier!

Der Vater hat kein Verlangen nach einem Schauspiel der Demütigung . . . Niemand in seinem Haus soll sein Kind in Schande sehen!
Wie viel Güte können wir hier als Christen und Leiter lernen im Umgang mit Menschen die Fehler gemacht haben!!! Wieviel seelische Grausamkeit  tun manche Christen oft denen die versagt haben ihm Namen ihrer Selbstgerechtigkeit an und glauben den Willen Gottes zu tun! (Und die säkulare Presse ist hier oft keinen Deut besser)

Dieses Gleichnis richtig zu verstehen, kann uns auch als Christen helfen, in den dunklen Stunden- die Hoffnung auf „Papas“ Güte und Erbarmen niemals aufzugeben . . . Da ist ein Vater, der nach dir Ausschau hält, der dich in deiner Rebellion liebt und voller Geduld auf den richtigen Moment wartet, um erneut seine unverdiente Liebe über dich auszuschütten, die er schon immer für dich hatte und immer haben wird!

Da sind Momente, in denen Du dir auch Ausreden zurechtlegst, deine Sünde zu erklären versuchst oder Bußangebote zurechtlegst, die du dem Vater anbieten möchtest . . . weil du dich ohne sie nicht zurück zu Ihm traust . . .

Aber du sollst schon jetzt wissen, da ist ein Vater, der dich gerade jetzt sieht und liebt, auch in deiner Rebellion, in deinem Gefallen sein, in deiner Distanz zum Vaterhaus und der voller Liebe und GEDULD AUF DICH SCHAUT und weiß: Mein Moment kommt und dann werde ich mein Kind an meiner Brust halten und haben!
Gerade da, wo uns unser Versagen niederdrückt und auf Distanz zum Vater halten will, und wir versuchen, uns selber angenehm zu machen, wo der Feind uns alle möglichen Bußhandlungen vorschlägt, in denen wir dann doch versagen . . . da ist es wichtig zu wissen:

So, wie ich bin(geistig), dreckig und zerlumpt, darf ich nach Hause rennen, da ist ein Vater, der auf mich wartet, ja der es mir leicht macht mir, entgegenkommt und nicht kontrolliert, ob meine Buße echt ist, auseichend ist oder plausibel und durchhaltbar!

Er kommt, weil er sich schon immer für mich und uns Menschen entschieden hat  . . .
Er kommt, weil er uns zuerst geliebt hat und immer zuerst lieben wird . . . 7x70mal!

Und genau diese Liebe ist ein Skandal für den religiösen Menschen . . .
Sie ist ihm zu billig, zu einfach, da ist kein Platz für ihn und seine Leistung. Das ist oft heute nicht anders als damals, zur Zeit Jesu!
Und wenn wir genau hinschauen und das werden wir lernen in diesem Gleichnis, gibt es nur 2 Kategorien der Verirrten und Verlorenen

Die welche in Rebellion verloren sind!
Die welche in Religion verloren sind!

Römer 11:32-33
Denn Gott hat alle miteinander in den Unglauben verschlossen, damit er sich aller erbarme. O welch eine Tiefe des Reichtums, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unergründlich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege!

Nochmals:
Der tiefe Sinn der Gleichnisse in Lukas 15 ist . . . Es ist kein Gleichnis , das sich mit der Intention primär an den Sünder richtet, sich doch bitte zu bekehren . . .

Es ist ein Gleichnis vor allem an die vermeintlich Frommen, die Gläubigen, um die Gnade und das Wesen des Vaters richtig zu verstehen!
Es geht um den Vater und wer ER wirklich ist und welche Liebe er zu allen Menschen hat, auch zu dem Verlorensten, wobei es egal ist ob verloren in Religion oder Rebellion!

Darum beginnt die Gleichnis- Serie mit Dingen, die sich selbst weder finden noch erlösen können, sondern völlig abhängig sind von dem, der sie vorher besaß . . .

  • Dem verlorenen Schaf
  • Der verlorenen Münze

Wären Umkehr und Buße unser eigenes Werk, ergäben die beiden ersten Gleichnis-Gegenstände überhaupt keinen Sinn, denn weder das Schaf noch die Münze kann von sich aus „bewusst“ etwas tun, um gefunden zu werden. Sie sind alleine von der Initiative, dem Wollen und der Hingabe des Besitzers abhängig . . . Er ist der Handelnde!
Darum gilt:

Etwas „Verlorenes“ muss jemanden „gehören“, sonst kann es nicht verloren gehen!
Und . . . es verliert seinen Wert niemals dadurch, dass es verloren ist!
Denn, derjenige, dem es gehört und es sucht, zeigt, dass es immer noch Wert für ihn hat!

Gedanken zum persönlichen Gebet und Nachdenken . . .

  • Wo bist du auf dem Heimweg und voller Unsicherheit und voller Entschuldigungen?
  • Wo willst du etwas tun, um dich der Vergebung würdig zu erweisen?
  • Lerne den Vater zu sehen, der dir entgegen rennt, um es dir leicht zu machen, den Vater, der deine Scham zudeckt und nicht aufdeckt der schon jetzt in diesem Moment nach dir Ausschau hält, dich sieht wie du unsicher den Weg zu ihm antrittst und an deinem Geständnis, Deiner Buße feilst!
  • Zum Schluß lass diesen alten Song von Charlotte Elliot in dein Herz fallen. Alte Sprache, aber tiefer Sinn J

 

So wie ich bin, ohne alle Zier . . .

1. So, wie ich bin, ohne alle Zier, komm ich Herr durch dein Blut dir Du rufst mir von des Kreuzes Stamm, O Gotteslamm, ich komm, ich komm!

2. So wie ich bin, vom Sturm gejagt h Gottes Lamm ich komm ich komm!, von bangen Zweifeln viel geplagt, vom Feind bedroht und oft verzagt,
o Gotteslamm, ich komm, ich komm!
3. So wie ich bin, so arm und blind, und sehr betrübt ob meiner Sünd, die ich so reichlich an mir find, o Gotteslamm, ich komm, ich komm!

4. Grad wie ich bin, nimmst Du mich an, die Sündenschuld ist abgetan, weil ich auf Dein Wort trauen kann. O Gotteslamm, ich komm, ich komm!

5. Grad wie ich bin, was mich noch hält, vor Deiner Lieb in Staub zerfällt; Du bist mir mehr als alle Welt. O Gotteslamm, ich komm, ich komm!

Text: Charlotte Elliot/Ernst Gebhard

prodigal-son return2

Das Gleichnis der “ Verlorene Söhne/Kinder (1 von 3)

Uwe Dahlke Pastor im www.czk.de

Uwe Dahlke
pastoraler Leiter im http://www.czk.de


In dieser 3 teiligen Blogreihe will ich  tief hineingehen in das Herz des Vaters, denn unser Ziel ist „Sicher in den Armen unseres Vaters zu sein“ Starten wir mit 2 Fragen . . .

  • Wie sieht der Vater mich?
  • Wie sehe ich den Vater?

Durch den Fall des Menschen und seine geistige Trennung vom himmlischen Vater und die Lügen des Widersachers Gottes ist diese Sicht auf den Vater von unserer Seite massiv verzerrt worden!

1.Mose 3:9
Und Gott der HERR rief Adam und sprach zu ihm: Wo bist du? Und er sprach: Ich hörte deine Stimme im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum versteckte ich mich.

Nach der bewussten Wahl, einen eigenen Lebensweg ohne Gott zu gehen, ihm zu misstrauen, kam Unsicherheit und Furcht vor IHM in das Leben des Menschen. Das Gefühl Gott nicht mehr zu genügen und der Reflex selber etwas dagegen zu tun (Feigenblatt), war die Geburtsstunde von Religion aller Art.

Religion ist der Weg des Menschen, das zu tun, was nur Gott tun kann, um bei IHM Annahme zu finden. Religion ist das Hamsterrad in dem Viele, auch Christen, laufen und nie an ihr Ziel . . . :  „Frieden mit Gott“ kommen. In Religion ist immer eine Stimme die sagt:

  • Es reicht noch nicht!
    Du hast noch nicht genug getan!
  • Sei wachsam, du hast das Ziel noch nicht erreicht!
  • Tu dies und tue das, um würdig und geliebt zu sein!

Es gibt Religion, die sehr einfach zu durchschauen ist, und es gibt eine Religiosität, die so gut getarnt ist, das sie schwer zu durchschauen ist. Gerade Christen, die es ernst meinen mit ihrem Glauben an Gott, sind paradoxerweise in der Gefahr, hier gefangen zu sein, ohne es zu merken.

Merke:
Die Pharisäer und Frommen zu Zeit Jesu waren nicht alle üble Heuchler, sondern Menschen die in der Theologie ihrer Zeit gefangen waren. Sie glaubten an die Schrift (AT) so, wie viele heute an die Bibel glauben. Sie ehrten Gott und wollten ihm gefallen und gerecht leben, wie viele Christen heute!
Aber paradoxerweise kann uns gerade der Eifer , für Gott leben zu wollen, wenn er aus eigener Kraft kommt und nicht aus der Liebe und Barmherzigkeit  . . . uns von Gott und seinem Wesen der Liebe und des Erbarmens immer mehr entfernen . . .

Man wird stolz auf das , was man leistet und erarbeitet, und man sieht zunehmend auf jene herab, die diese religiösen Leistungen nicht bringen . . . Gnade und Erbarmen werden dann schnell zu Handelsgütern, die man sich hart verdienen hat, . . . und wenn man sie sich nicht verdient hat . . . Ist ganz schnell das Wort von der „billigen Gnade“ da . . . man kann nicht fassen,  dass Gott „denen da“ auch Gnade gibt, die sie doch gar nicht verdienen . . . Gerade die aktuelle GNADENDISKUSSION macht das sehr deutlich.

Das führt uns zum Eingangsvers unseres Gleichnisses „der verlorenen Söhne“ eines der machtvollsten Gleichnisse über das Herz und Wesen des Vaters gegenüber uns Menschen . . .  

Lukas 15:2-3
Und die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isst mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach . . .

Hier sehen wir gewissermaßen die Ausgangslage der Erlösungsarbeit Gottes an der ganzen Menschheit!
Zwei Lager zeichnen sich hier ab . . .

Die Pharisäer & Schriftgelehrten und die Sünder . . .

Also Menschen, die meinen über den Weg der Religion (eigene Anstrengungen) das Wohlgefallen Gottes zu finden, und jene die sich von Gott und seinen Werten bewusst oder unbewusst entfernt   haben!

Um das Gleichnis wirklich in seiner Tiefe zu verstehen, muss uns klar sein, dass es in beiden Gruppen Extreme aber auch Normale gibt, die dennoch zu einer der Gruppen gehören. Niemand steht außerhalb dieser beiden Gruppen! Selbst als Christen können wir uns in einer der beiden Gruppen finden!

  • Religiöse . . . damit ist nicht nur der selbstgerechte Fanatiker-, sondern auch der nette Religiöse gemeint (Sogar ICH der Christ kann dort mit einem Teil meines Wesens sein)
  • Sünder . . . Damit nicht nur der richtig Böse, sondern auch der „Gutmensch“ mit Job, Ehe & Haus gemeint, der Gott aber nicht ins Leben einbezieht und sogar der Christ der auf rebellischen Wegen geht.

 Niemand außer der Vater selber steht außen vor in diesem Gleichnis und deshalb können wir es auch nicht neutral lesen, im Sinne von:

„Ich bin ja nicht gemeint“ Dieses Gleichnis ist leider oft in der evangelikalen Szene nur auf die Umkehr des reuigen Sünders zu Gott reduziert worden . . .
Aber das trifft nicht einmal annähernd den wahren Sinn dieses Gleichnisses, das tiefer und weiter reicht, als viele es sich vorstellen.

Der Hauptadressat dieses Gleichnisse sind wir, nicht sosehr die Gottfernen, sondern besonders jene die an Gott glauben, deren Herz aber religiös wurde und die Gottes Liebe und Gnade an allerlei Bedingungen geknüpft haben . . .

Lukas 15:2-3
U
nd die Pharisäer und Schriftgelehrten murrten und sprachen: Dieser nimmt die Sünder an und isst mit ihnen. Er sagte aber zu ihnen dies Gleichnis und sprach . . .

Also, um das Gleichnis auch heute verstehen zu können, müssen wir es so lesen, dass die Frommen von damals, die Frommen von heute sind . . . und ob es uns passt oder nicht, wir müssen als Christen schauen, wo trifft uns das Gleichnis heute?

  • Wo schränken wir Gottes Liebe und Gnade zum Nichtchristen und zum Sünder ein?
  • Wo schränken wir heute sein Erlösungshandeln durch unsere Theologie oder Lehre ein?
  • Wo würden wir Jesus heute verurteilen, wenn er mitten unter uns wäre?

Wichtig:
Lukas 15 beinhaltet eigentlich 3 Gleichnisse und in allen 3 Gleichnissen geht es darum, dass etwas verloren gegangen ist. 

Lukas 15:4-7
(Das verlorene Schaf)
Welcher Mensch ist unter euch, der hundert Schafe hat und, so er der eines verliert, der nicht lasse die neunundneunzig in der Wüste und hingehe nach dem verlorenen, bis dass er’s finde? Und wenn er’s gefunden hat, so legt er’s auf seine Achseln mit Freuden. Und wenn er heimkommt, ruft er seine Freunde und Nachbarn und spricht zu ihnen: Freuet euch mit mir; denn ich habe mein Schaf gefunden, das verloren war. Ich sage euch: Also wird auch Freude im Himmel sein über einen Sünder, der umdenkt, vor neunundneunzig Gerechten, die des Umdenkens nicht bedürfen.

Lukas 15:8-10
(Die verlorene Münze
) Oder welches Weib ist, die zehn Silberstücke hat, so sie der einen verliert, die nicht ein Licht anzünde und kehre das Haus und suche mit Fleiß, bis dass sie ihn finde? Und wenn sie ihn gefunden hat, ruft sie ihre Freundinnen und Nachbarinnen und spricht: Freuet euch mit mir; denn ich habe mein Silberstück gefunden, das ich verloren hatte.  Also auch, sage ich euch, wird Freude sein vor den Engeln Gottes über einen Sünder, der umdenkt.

Zunächst müssen wir eines verstehen, wenn etwas verlorengegangen ist, gehört es auch jemanden!

Das bedeutet, wir, (alle) Menschen, gehören zu Jemanden und das ist unser aller himmlischer Vater, trotz unseres Gefallenseins unserer Distanz zu ihm gehören wir ihm! Der Vater sucht uns, weil wir einen unermesslich großen Wert für ihn haben und diesen Wert hatten wir schon immer, auch jetzt im Zustand des Verlorenseins! Das ist die erste wichtige Botschaft, die wir aus den ersten Gleichnissen verstehen müssen . . ., und welche die „Selbstgerechten aller Art“ oft nicht verstehen. Denn für sie beginnt der Wert eines Menschen oft erst nach dem, was sie als Bekehrung empfinden. . .  Aber :

Johannes 3:16
Denn Gott hat die Welt so geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe. Johannes 6:29
Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.

Gott hat diese Welt und vor allem die Menschen auf ihr geliebt und liebt sie immer noch . . .
Und diese väterliche Liebe hatte, wie wir sehen werden von aller Ewigkeit her einen Plan für alle verlorenen Kinder!
Und wir sehen am 2 Vers, das selbst, das Glauben können an den Sohn Gottes, das Werk Gottes im Gläubigen ist und nicht sein eigenes.

Die Such & Rettungsmission Gottes für seine Kinder geht weiter als es sich der fromme Verstand zu allen Zeitaltern vorstellen kann  . . .
Schauen wir kurz auf die 2 ersten Gleichnisse von einer anderen Perspektive . . .

Verloren gehen . . .

  • Ein Schaf
  • Ein GeldstückFragen an den Text:
    Was kann ein Schaf dafür, das es verloren geht?
    Was kann ein Geldstück dafür, das es verloren geht?
    Nichts!
    Wer sucht es denn dann auch?
    Der Eigentümer und nicht das Schaf oder das Geldstück sich selber!

Er ist der durch und durch Handelnde in beiden Gleichnissen, das Schaf und die Münze sind unfähig sich selber zu finden!
(Das ist Gottes Werk, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat)

Was Jesus betonen möchte, ist, dass Erlösung in allen Phasen von Ihm, vom Vater kommt und nicht vom Menschen und das ER uns findet und nicht WIR ihn . . . (Johannes  6.29+44+65 , Phil. 1.6 ,  Gal. 1.15-16)

  • Uns in unserer rebellischen Verlorenheit
  • Uns In unserer religiösen Verlorenheit

Psalm 119:176 Ich bin verirrt wie ein verlorenes Schaf; suche deinen Diener!

Und dies gilt auch im 3.Gleichnis, in das wir jetzt hineingehen . . . Die verlorenen Söhne konnten sich letztendlich nicht selber finden, sondern wurden und werden auf ihre Weise vom Vater gefunden und heimgebracht . . .
Und darin ist unsere eigene Geschichte und die der ganzen Menschheit verwoben . . . die wir an die nächsten Sonntage neu lernen werden . . .

Lukas 15:11-32 (Die verlorenen Söhne)

Und er sprach: Ein Mensch hatte zwei Söhne. 15:12  Und der jüngste unter ihnen sprach zu dem Vater: Gib mir, Vater, das Teil der Güter, das mir gehört. Und er teilte ihnen das Gut.15:13  Und nicht lange darnach sammelte der jüngste Sohn alles zusammen und zog ferne über Land; und daselbst brachte er sein Gut um mit Prassen. . .

Das Gleichnis beginnt mit der Bemerkung: HATTE 2  Söhne . . . und hier liegt der Rahmen für die menschlichen Akteure des Gleichnisses, sie sind nicht Fremdlinge die zu Söhnen werden, sondern bereits Söhne von Anbeginn, aber beide ihrer Sohnschaft nicht wirklich von ihrer Seite aus bewusst und so in sich verloren. Beide Söhne  repräsentieren 2 Gruppen der Distanz zu Gott dem Vater . . .

  • Die in Rebellion Verlorenen
  • Die in Religion Verlorenen

Alle Menschen lassen sich in diese 2 Gruppen teilen und selbst die Erlösten, die Neugeborenen tendieren in die eine oder andere Richtung durch ihr Fleisch, das sie immer noch umgibt.

Die nächste Frage an das Gleichnis, die wir uns stellen müssen ist, 

  • Warum will der jüngere Sohn das Vaterhaus verlassen?
  • Warum lässt der Vater ihn überhaupt so gehen?

Ist der Junge bösartig, ist sein Verhalten völlig inakzeptabel, macht er den Vater wütend oder beleidigt ihn zutiefst?
Oder passiert hier etwas, das „paradoxerweise“ sein muss? (Im Rahmen der damaligen Kultur betrachtet, muss das Handeln des Sohnes als beispiellose Unverschämtheit angesehen werden. Er beleidigt nicht nur den „pater familias“,der sogar mit Gewalt hätte reagieren könne, er stellt den Vater auch vor allen Menschen bloß , denn es bedeutet nach außen einen Autoritätsverlust!) 

Wir verstehen dieses Gleichnis nur, wenn wir es mit der Geschichte Adams & Evas im Paradies verknüpfen. Wie der Sohn auch, haben sie die Fähigkeit und die Möglichkeit, eine Wahl zu treffen, ob sie ihr Leben mit dem Vater, oder ohne den Vater und auf eigene Faust leben wollen.

Das erste Menschenpaar entscheidet sich für ein Leben nach eigenen Regeln, anstatt mit und für Gott zu leben.
Ihr Erbe ist die Welt ohne Gottes Weisheit . . .
Das Erbe des jüngeren Sohnes ist der Reichtum des Vaters, ohne seine väterliche Weisheit in gut einzusetzen.

Beide Geschichten (Adams & des Sohnes) nehmen ihren bekannten Lauf in einer Spirale nach unten . . .

Aber was wir hier festhalten und verstehen müssen, ist sehr wichtig um das Wesen des Vaters uns gegenüber, auch in unserem Gefallensein , zu verstehen.
Seine Liebe zum Menschen hat nie aufgehört, auch nicht nach dessen Fall  . . . Auch war der Vater weder enttäuscht noch beleidigt, wie es manche Prediger gerne hinstellen . . . Der Vater wusste um den Irrweg, den seine Menschenkinder zunächst gehen würden ,  schon lange vor ihrer Schöpfung und der Vater war vorbereitet
und nicht überrascht! (1.Petrus 1.20) 

Das Grundmotiv Gottes des Vaters, uns zu erlösen,  ist eine Liebe, die sich nicht aufdrängt oder die Erwiderung seiner Liebe mit Gewalt oder Drohungen erzwingt!

Eine Liebe , welche die Freiheit einer Wahl lässt, und eine Liebe die weiß, dass die ERFAHRUNG des falschen Weges zur echten Umkehr und Reife fast immer dazugehört. (learning by doing)  (Jeremia 31.18ff)

Der Vater weiß, dass er mit Zwang, den Sohn im Haus zu halten, oder ihm sein Erbteil zu verweigern, das Herz des Sohnes nicht wirklich gewinnt, noch dass er zu einer Reife kommt, die echt ist. Er weiß, dass bloßes Belehren und Warnen vor den Folgen oft nichts nützt und daher oft nur die bittere Erfahrung tiefe und dauerhafte Einsicht bringt. Lesen wir dazu einen interessanten Vers aus dem AT

Jeremia 2:19-20
Du strafst dich selbst mit deiner Bosheit und züchtigst dich selbst mit deinem Abfall und sollst erfahren und einsehen, wie böse und bitter es ist, den HERRN, deinen Gott, zu verlassen und mich nicht zu fürchten, spricht der Herr, der HERR der Heerscharen.Denn von alters her hast du dein Joch zerbrochen und deine Bande zerrissen und gesagt: «Ich will nicht dienen!»

Dieser Vers zeigt einmal mehr, das Gott gar nicht richten – oder Gerichte auf die Erde schleudern muss  .  . . unsere selbstgewählte Distanz zu ihm (auch noch als Christen) verursacht oft negative Folgen, unter denen wir leiden, aber durch die wir vor allem auch lernen können und sollen !

Was wir hier aus dem ersten Teil des Gleichnisses praktisch auch als Eltern lernen können, ist, dass wir unseren Kindern den Glauben nicht aufzwingen können . . . es gibt ein Alter , in dem wir sie trainieren und belehren und auch klare Grenzen setzen . . . aber dann kommt ein Alter in dem das Gelernte „erfahren“ werden muss und die Kinder zu ihrem eigenen Glauben finden müssen. Manchmal auch über den Umweg der Rebellion!  Wenn wir sie nicht loslassen und religiös dressieren, lernen sie über den Umweg der Religion, dass dieser Weg falsch ist und mutieren zu älteren Bruder aus Lukas 15.

Lukas 15:14  (Der Weg der Selbsterfahrung)
Da er nun all das Seine verzehrt hatte, ward eine große Teuerung durch dasselbe ganze Land, und er fing an zu darben.15:15  Und ging hin und hängte sich an einen Bürger des Landes; der schickte ihn auf seinen Acker, die Säue zu hüten. 15:16  Und er begehrte seinen Bauch zu füllen mit Trebern, die die Säue aßen; und niemand gab sie ihm. 15:17  Da kam er zu sich selbst und sprach: Wie viel Tagelöhner hat mein Vater, die Brot die Fülle haben, und ich verderbe im Hunger! 15:18  Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir 15:19  und bin hinfort nicht mehr wert, daß ich dein Sohn heiße; mache mich zu einem deiner Tagelöhner! 15:20  Und er machte sich auf und kam zu seinem Vater.

 

In diesem Abschnitt sehen wir die direkten Folgen des Lebens außerhalb der Gebote, Weisungen und Weisheiten des Vaterhauses. Die Früchte der eigenen Ideen werden sichtbar und für den Sohn immer stärker spürbar. Eine vollkommene Parallele zur Geschichte der ganzen Menschheit . . . Wir sind dabei das Erbe des Vaters, diese Erde und ihre Potentiale und uns selbst immer mehr zu ruinieren, dadurch dass wir in vielen Lebensbezügen ohne IHN und seine Weisheit (Gebote) leben.

Der Vater sandte dem Sohn kein Gericht hinterher, das Verhalten des Sohnes brachte Gericht über ihn . . . Er fühlte nun die Folgen und Früchte eines Lebens nach seinen eigenen Plänen und er erlebte schmerzhaft das Scheitern seines eigenen Lebensplanes ohne die Weisheit des Vaters.

Aufgeschlagen am Boden seiner Träume , beginnt der Prozess des Nachdenkens, den viele mit der Neugeburt eines Gläubigen verwechseln . . . aber was hier genau passiert , ist zunächst das Erfahren der Not, welche die Verwirklichung der eigenen Pläne zur Folge hat.  Es ist eine Form von Buße, die man so häufig in Schützengräben, in Todesnöten und anderen aussichtlosen Notlagen von Menschen wahrnimmt.  Wenn sie nur von uns selber getragen wird, hält sie nur so lange an, bis die Not vorbei ist!

Es ist überaus wichtig, dass wir das Gleichnis hier richtig verstehen . . . Echte innere Umkehr ist immer ein Geschenk des Vaters an uns. In seiner Liebe zu uns reagiert der Vater auf unsere oft unbeholfenen und selbstbezogenen Umkehrversuche mit seiner Liebe , die nichts mit unseren Vorleistungen zu tun hat und schenkt uns die Kindschaft völlig unverdient.

Johannes 6:29
Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.

Hesekiel 36:26-27
Und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euch legen; ich will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben; ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch machen, die in meinen Satzungen wandeln und meine Rechte beobachten und tun.

Schauen wir genau hin was der jüngere Sohn bedenkt . . .

Er sieht seine Not und pragmatisch erkennt er, dass es selbst den „Angestellten“ seines Vaters besser geht als ihm und dass es ihm zuhause besser gehen würde als hier in der Fremde.

Das Bild, das er vom Vater in sich trägt, ist das einer limitierten Liebe . . . ihm ist klar, dass er versagt hat, sein Leben zeigt es ihm und so ist nach seiner Berechnung für ihn nicht mehr zu erwarten als ein Tagelöhnerjob , wenn er sich entsprechend demütigt.

Es ist immer noch die menschliche Selbstgerechtigkeit da, die versucht durch Selbstbestrafung . . .

„Ich bin es nicht mehr wert . . .“ Mitleid zu erwecken und wenigstens etwas Milde zu erlangen.

Der Sohn ist noch weit entfernt davon, das Herz des Vaters völlig zu verstehen und die Größe seiner Liebe zu erfassen . . .

Seine Umkehr ist mehr  ein Akt menschlicher „Religiosität“, ein Deal mit dem Vater, wenigstens das Geringe, den Tagelöhnerjob zu bekommen, wenn er sich äußerlich demütigt und Buße tut. Und oft verstehen wir „Umkehr und Buße im christlichen  Kontext oft so verzerrt und predigen sie so“

Aber das erstaunliche ist, in seiner Liebe benützt der Vater diese Wege, um uns entgegenzulaufen und mit einer Gnade zu überraschen , die jenseits allen religiösen Vorstellungsvermögens ist!

Denn wir müssen verstehen, der Ring, die Schuhe und das Festgewand . . .
sind die Gnade der Neugeburt, die Bekehrung die Gott uns schenkt, nicht weil wir sie verdienen, sondern weil er uns liebt.

Der Sohn wurde nicht so sehr von Liebe und tiefer Reue zurückgetrieben, sondern durch bitterste Not, das ist die Realität die wir nicht übersehen dürfen und die Ecke wo das Gleichnis oft völlig falsch gedeutet wird und das Erbarmen des Vaters als Belohnung für seinen Bußspruch gesehen wird.

Nochmals:
In diesen Gleichnissen geht es um das fast skandalöse Erbarmen des Vaters zu seiner gefallenen und verlornen Schöpfung und seinen gefallenen Kindern , die nie aufhören Kinder zu sein. Jesus erzählt es primär denen (Pharisäern), die diese Gnade nicht  verstehen können, weil sie glauben, dass man sie sich durch harte geistliche Arbeit verdienen kann.

Wir schließen hier und werden in der nächsten Blog Session die Rückkehr des verlorenen Sohnes aus der Perspektive des wiedergeborenen Christen betrachten, der in seinem Glauben hinfällt, sich vom Vater entfernt und zurückkehrt in die Arme eines Vaters, der ebenfalls immer und immer auf uns wartet,

Danach werden wir das Augenmerk auf den älteren Bruder richten.

prodical son

 

Kraft für die Müden – Stärke für die Unvermögenden!

Uwe Dahlke Pastor im www.czk.de

Uwe Dahlke
pastoraler Leiter im http://www.czk.de

Auf unserem Weg des Glaubens erleben wir (auch als wiedergeborene Christen) durchaus Phasen äußerer und innerer Mattigkeit, Müdigkeit und der Motivations- & Visionslosigkeit.

Was wir in diesen Momenten brauchen, ist ein tiefes Erkennen, über das, was wirklich in uns vorgeht und wie unser himmlischer Vater uns, in diesen Momenten sieht . . . und die tiefe innere Gewissheit, dass er uns dennoch liebt und in Kontrolle ist.

Jesaja 40:29 -31
Er gibt dem Müden Kraft, und Stärke genug dem Unvermögenden. Männer werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen; aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

Dieser Vers lässt uns in das Herz Gottes blicken und verstehen wie ER uns sieht . . .
Unser Vater sieht das wir im Lauf des Glaubens . . .

Müde werden können
Matt werden können
Kraftlos werden können
Außer Tritt geraten & hinfallen können
Unvermögend werden können

Ich habe diesen Vers aus Jes. 4028ff der Luther Übersetzung entnommen, sie ist die einzige die übersetzt:
MÄNNER werden müde . . . andere Übersetzungen haben das Wort „junge Männer  oder Jünglinge“ . . .
Mir ist nicht klar wieso die Luther das Wort Männer nimmt . . .
Aber was mich schon immer beim Nachdenken der Übersetzung dieses Verses fasziniert hat ist die Lebenslogik dahinter . . .

Schauen wir uns beide Gruppen zunächst einmal genauer an und verstehen dann vielleicht, warum diese Übersetzung das Wort „Männer“ wählte.
Unter Männer verstehen wir hier nicht nur Männer, sondern generell geistlich erwachsene und reife Personen beider Geschlechter . . .
Sie werden müde und matt in ihrem Lauf des Glaubens . . .

Nur wer schon lange läuft wird müde und matt . . .
Es ist wichtig für uns als Gläubige zu verstehen, das der Vater selber um diese Dynamiken weiß!
Wir kommen, je älter wir werden, um so öfter auch natürlicherweise schneller an die Grenzen unserer (normalen) Leistungsfähigkeit.

Dies ist gut so, denn wir alle haben die Tendenz in uns, den Weg mit Gott oft aus unserer eigenen Kraft zu gehen . . .
Schauen wir uns kurz bevor wir weitergehen, die zweite Gruppe an, die Jünglinge, also junge Menschen im Glaubenslauf . . . von ihnen heißt es sie straucheln also stolpern und fallen!

Stolpern und hinfallen kann man oft, wenn man sich sehr schnell und unkontrolliert bewegt. Wenn man meint den Weg zu kennen, man sehr stark auf das Ziel fixiert ist und weniger auf den Weg!

Dies ist oft die Phase der geistlichen Jugend . . .
Wir sind voller Energie und Tatendrang, überzeugt von unserem guten Willen, unseren Motiven und unserer Hingabe, wir wollen voranstürmen und glauben alles verstanden zu haben und stürmen so nach vorne. . .
Doch eh wir uns versehen, sind wir gestolpert und der Länge nach hingefallen, weil unsere Augen nicht auf den Weg (und damit auf den Herrn) sondern nur auf das Ziel gerichtet waren . . .

Wir alle stehen also in der Gefahr zu ermatten oder hinzufallen, besonderes da, wo wir den Kontakt mit unserem Vater und seiner Kraft verlieren . . .
Schauen wir uns einen einen Mann an . . . den Propheten Elia, er erlebte einige krasse Dinge mit dem Herrn . . . Auf dem Höhepunkt seines Dienstes gewinnt er die Konfrontation mit den Baalspriestern auf dem Berg Karmel . . . bringt in einem Wunder Israel den langersehnten Regen und bricht dann aber innerlich zusammen,  durch die verbale Drohung Isebels . .  . Ihn umzubringen . . . und flieht in die Wüste!

1.Könige 19:4
Er (Elia) aber ging hin in die Wüste, eine Tagereise weit, kam und setzte sich unter einen Ginsterstrauch und erbat sich den Tod und sprach: Es ist genug! So nimm nun, HERR, meine Seele; denn ich bin nicht besser als meine Väter!

In seinem fulminanten geistlichen Lauf kommt nun die Mattigkeit und Müdigkeit. Eigenmächtig und ohne direkte Anweisung vom Herrn schlachtet er die Baalspriester ab und beschwört so die Rache Isebels herauf, vor der er sich nun fürchtet und in die Wüste flieht. (Denken wir hier mal an die Jünger Jesu, die ein samaritisches Dorf
mit einem Feuergericht auslöschen wollen und sich dabei auf Elia berufen und von Jesus scharf zurechtgewiesen werden *Lukas 9.54ff)

Elia kommt zu der Überzeugung, am Ende doch nicht besser zu sein als alle anderen vor ihm  und will aus dem Dienst und sogar aus dem Leben auszusteigen . . .
Kennen wir das?

  • Alle die schon lange Jahre oder intensive Jahre mit dem Herrn gehen, kennen, wenn sie ehrlich sind solche Phasen!
  • Und manche Junge die stark gerannt sind haben erlebt, wie sie plötzlich in einen Widerstand hart wie ein Berg reinlaufen . . .

Wir fühlen uns plötzlich oder langsam, dem Druck nicht mehr gewachsen . . . wir haben soviel gegeben . . . die Herausforderungen scheinen kein Ende zu nehmen . . .
Wir beginnen uns in unserer Geistlichkeit oder Berufung oder Liebe zum Herrn zu hinterfragen und kommen oft an einen ähnlichen Punkt wie Elia . . .
Wir möchten aussteigen, wir möchten das ganze irgendwie beenden, wir fühlen uns nicht besser als viele andere vor uns . . .

Die spannende Frage aber ist:
Wie kommen wir ob jung oder älter da raus: Aus dem Straucheln, dem Hinfallen, der geistlichen Mattigkeit und Müdigkeit???

Gehen wir nochmals zum Jesaja 40.29 Vers . . .
Er gibt dem Müden Kraft, und Stärke genug dem Unvermögenden. Männer werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen; . . . Aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.

Dieser Vers offenbart einen großen Trost, wie unser Vater mit unseren Schwächen umgeht und wie ER sie zu unserem Besten arbeiten lässt!

„Die auf den Herren harren (warten) kriegen neue Kraft . . .“

Es ist ein hinlänglich bekannte Tatsache, das die meisten von uns nicht unbedingt auf den Herrn warten um Kraft zu erhalten, sondern, wenn wir Kraft spüren, und Gelingen erfahren . . . rennen wir in der Kraft ,die wir haben, um dem Herrn nach besten Kräften zu dienen.

Es fällt den meisten von uns eher schwer, auch in der Fülle von Stärke, Ressourcen, & Finanzen still zu sein und auf IHN zu warten . . .

  • Ohne es zu merken, begnügen wir uns mit immer kleineren Dosen der innigen persönlichen Gemeinschaft mit IHM. (Stille Zeit, Lesen, Nachdenken, Beten)
  • Da offensichtlich alle gut weiterläuft, erlauben wir uns auch Rückschritte in der „koinonia“ das ist die Gemeinschaft innerhalb des Leibes (HK, Godi, ge. Gebet etc.)
  • In diesen Lebensabschnitten die wir alle in unterschiedlicher Intensität durchlaufen kommt der Herr mit Einschnitten, Begrenzungen oder Krisen die wir spüren:
  • V erlust an Glaubenskraft
  • Nicht Vertrauen können
  • Mangelnde Hingabe
  • Dranbleiben & Geduld fällt uns schwer
  • Zeit der Ruhe vor Gott haben

Zunächst wenn wir unseren Zustand entdecken sind wir bestürzt oder beschämt, wir neigen zur Resignation, Selbstaufgabe oder gar Selbstablehnung . . . denken wir dran was Elia sagt über sich:

1.Könige 19:4
Er (Elia) aber ging hin in die Wüste, eine Tagereise weit, kam und setzte sich unter einen Ginsterstrauch und erbat sich den Tod und sprach: Es ist genug! So nimm nun, HERR, meine Seele; denn ich bin nicht besser als meine Väter!

Aber diese Schwächen sind die Klopfzeichen Gottes . . . mit denen ER unsere Aufmerksamkeit sucht . . . das wir beginnen zu lernen . . . NEU auf IHN zu warten und IHN arbeiten zu lassen anstatt es in der eigenen Kraft und Begabung zu tun.

Es ist die wohl schwierigste Lektion und gerade dann, wenn wir aktive Menschen sind, die es lieben Dinge zu bewegen und begabt sind . . . zu lernen „Still zu werden, Seine Stimme hören zu lernen und auf IHN zu warten wann er das „Go“ gibt“

Dieses Leben aus der Stille und Abhängigkeit vom Vater zu lernen, ist ein Prozess und geschieht oft in vielen Wiederholungen . . . bis wir es kapiert haben und gelernt haben nicht alleine loszulaufen (auch wenn wir meinen das Ziel erkannt zu haben) sondern auf IHN warten und mit IHM zu gehen.

Dr.Robert Clinton der viel Bücher zum Thema christliche Leitschaft geschrieben hat sagt: (Zitat) . . .

„Die Biografie vieler großer geistlicher Leiter zeigt auf, dass es . . . im Durchschnitt 15 Jahre (!) dauerte, nachdem ein Leiter sein Lebenswerk begonnen hat, ehe er Jesus als „SEIN“ Leben kennenlernte . . . So das er aufhörte für ihn zu arbeiten und begann IHN als seine Kraftquelle zu sehen . . . der sein Werk durch ihn tun will“

Wir sehen, es braucht Zeit das mit dem Herz zu lernen! Es reicht nicht diese Predigt zu hören, das Buch zu lesen um es zu kapieren,

Es muss der Weg der Erfahrung gegangen werden, der Versagen einschließt, um wirklich tief zu lernen und einen veränderten Charakter zu erhalten. Wir sagen zu vielen guten Dingen im Kopf und im Herz JA aber unser Fleisch (Macht der Gewohnheit) reißt uns dann in eine völlig andere Richtung.

Wir sehen das Geheimnis des Harrens (Wartens)  in folgenden Vers . . .

Johannes 15:4
Bleibt in mir, und ich bleibe in euch! Eine Rebe kann nicht aus sich selbst heraus Frucht bringen; sie muss am Weinstock bleiben. Auch ihr könnt keine Frucht bringen, wenn ihr nicht mit mir verbunden bleibt.Ich, ich bin der Weinstock; ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich dann auch in ihm, trägt viel Frucht. Denn getrennt von mir könnt ihr nichts ausrichten.

Die biologische Logik ist völlig klar . . . eine Weinrebe kann nur wachsen und Frucht bringen, wenn sie mit dem Stock und seiner Wurzel verbunden ist. Sie muss nur offen sein für den Saft der von der Wurzel her kommt . . . dann geschieht das Wachsen von alleine. Die große Frage ist nun . . . 

Wie können wir lernen in IHM zu bleiben?

Hier kommen schnell die guten (traditionellen) christlichen Ratschläge ins Spiel 😦

  • Tue mehr dies und das an geistlicher Übung
  • Lese dieses Buch
  • Höre diese CD
  • Bete mehr lese mehr das Wort
  • Komme zur Ruhe

Das an sich ist alles nicht falsch . . .
Aber oft hilft es uns nicht, weil unser Problem oft das ist, wir wissen um diese Dinge, aber wir schaffen es nicht sie zu tun, will wir müde und matt sind oder gestolpert sind und am Boden liegen . . .

Was wir zunächst brauchen, ist die Ehrlichkeit unseren Zustand zu erkennen und ihn vor uns selbst und dem Vater beim Namen zu nennen.
Ich bin müde, Ich bin matt, Ich bin gestolpert und gefallen!

Die göttliche Antwort ist genial . . .

Matthäus 11:28-30
Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.

Matthäus 12:20
Ein geknicktes Rohr wird er nicht zerbrechen, einen glimmenden Docht nicht auslöschen.

Das ist das wichtigste, das wir in solchen Situationen lernen müssen . . .
Da ist ein Vater der uns versteht, der auch die Prozesse geistlicher Müdigkeit oder Lauheit bei uns kennt. Er stellt nicht unüberwindbare Hindernisse vor uns auf, die uns eher entmutigen als ermutigen . . . Aber ER bittet uns zu IHM zu kommen, so wie wir sind, ohne krampfhafte Selbstverbesserung! Wo wir nicht kommen, haben wir noch nichts über unseren desolaten Zustand verstanden und glauben immer noch ihn selber fixen zu können!

Er weiß, das er Liebe und Hingabe zum IHM nicht einfach befehlen kann oder unter Strafandrohung einfordern kann . . .
Der Vater arbeitet nicht mit Scham & Furcht . . . weil diese Methoden nur kurzfristig wirken und nur bittere Früchte hervorbringen . . .

Wir kommen zu IHM, so wie wir sind, ohne Scham und ohne uns zu verstellen . . .
Bekenne deine geistige Not, nimm dir die Zeit mit ihm darüber zu reden vielleicht auf einigen langen guten Spaziergängen oder in einer Auszeit in einer Hütte und dann bite ihn sich dir neu zu zeigen und dich neu mit Liebe, Kraft und Hingabe zu füllen. Erbitte seine Hilfe da wo du nicht mehr kannst und erwarte sie als Gnade, die du nicht bezahlen kannst, oder verdienen kannst!

Ich habe in meinem Leben des Vaters größte Hilfe und Eingreifen und Erhörungen, oft da erfahren, wo ich am wenigsten „Geistlichkeit“ zu bieten hatte und dort habe ich immer mehr gelernt was Gnade wirklich ist!

Verstehe . . .
ER versteht dich und ER ist nicht entsetzt oder enttäuscht über dich . . . ER hat diesen Weg vorbereitet und wartet nun am Ende auf dich um dich zu erquicken/erfrischen und zu zeigen, das du aus IHM lebst und das wird dich beleben.

Ja, wir können diese Einladung ignorieren und dann ist die Folge:
Wir brennen gänzlich runter und leiden unnötig an uns selber . . .

Aber nochmals . . .
Selbst dann wird ER den glimmenden Docht nicht wutentbrannt auspusten, sondern sich darum mühen ihn (also uns) wieder zum Brennen zu bringen.

 

Wir könnten nun den Blogbeitrag mit einem Set an klugen Ratschläge abschließen:
Was man jetzt tun soll, wie man mehr Zeit für Gott freischaufelt, wie man mehr betet und mehr liest und mehr die Seele ernährt . . . 

Aber ich denke, dass wissen wir alle irgendwie im Kopf!
Was wir wirklich brauchen, ist eine tiefe persönliche Herzensoffenbarung von IHM selber darüber, was für uns persönlich an Änderungen nötig ist, damit ER unsere Lasten tragen kann und wir neben IHM an seiner Hand laufen . . . und ER wird zu Dir und mir liebevoll darüber sprechen!!!

Johannes 6:45
Es steht geschrieben in den Propheten: „Sie werden alle von Gott gelehrt sein.“ Wer es nun hört vom Vater und lernt es, der kommt zu mir.

 

 

Unmaskiert leben! (Teil 3) „Demaskiert um verändert zu werden“

Wir wollen heute die Blogreihe „Unmaskiert leben“ abschließen mit der Betrachtung . . . „demaskiert um verändert zu werden!“

Wir haben in der letzten Session den „Prozess der Demaskierung“ betrachtet und gelernt, das wir niemanden helfen, wenn wir ihm seine Maske, wohlmeinend aber gewaltsam oder in purer Selbstgerechtigkeit, vom Gesicht reißen, oder um uns zu rächen.

Wir haben gelernt das Jesus in Demut und Sanftmut geistige Räume schuf, in denen sich die Sünder sicher fühlten, selber ihre Masken vom Gesicht zu nehmen. Es ist auffällig das Jesu Zorn sich immer über die Selbstgerechten und ihre äußerliche Frömmigkeit entlud.
Also jene die fromme Masken trugen, die Schuld der anderen sahen und verurteilten, aber blind für ihre eigenen Sünden waren. (Balken & Splitter)

Hier müssen wir uns auch als Gläubige immer wider selber prüfen. Wie schnell glauben wir, weil wir bestimmte äußerliche Fehlverhalten nicht praktizieren, ein Recht haben, genau „dass“ bei anderen zu richten, aber wir schockiert wären, wenn Gott uns den wahren Zustand unseres Herzens offenbaren würde.

Darum sollten wir uns immer der Gnade bewusst sein, die auch uns täglich oft auch das vergibt, was uns gar nicht so bewusst ist.

Lukas 7:47
. . . wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.

Selbstgerechtigkeit führt zu Lieblosigkeit und lieblosen und selbstgerechten Verhalten dem Nächsten gegenüber und kreiert so Räume in denen wir Masken tragen, aber sie auf keinen Fall abnehmen.

Warum geht Gott, um den Sünder zur Umkehr zu bringen . . .  den Weg der Güte und Liebe?
Lesen wir dazu einen Vers . . .

Römer 2:4
Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut, ohne zu erkennen, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?

Es ist nämlich nur die Güte (Freundlichkeit, Langmut, Erbarmen) die wahre Umkehr hervorbringen! Angst, Zorn und Gericht bringen nur erzwungenen Gehorsam (das AT bewies das hinreichend) Deswegen ist es für uns wichtig dieses Wesen Gottes zu lernen . . . Durch den Reichtum von Güte, Geduld und Langmut für andere den Raum zu schaffen in dem sie ihre Masken ablegen und umkehren.

Es ist nicht unser Job zu fragen ob sie dieses Maß an Gnade verdienen, oder zu entschieden, wann wir aufhören dürfen zu vergeben (7x ist doch genug)

ACHTUNG:
Gnade und Langmut heißt nicht dass ich Sünde aktiv unterstützen muss.
So hat der Vater im Gleichnis der verlorenen Söhne dem jungen Sohn nicht Geld hinterhergeschickt um sein „selbsterwähltes Leid/Gericht“ zu lindern . . .

Wo wir uns vom Wesen Gottes trennen und in Sünde leben, wird genau diese Sünde ihr Gericht an uns vollziehen. Gott muss es gar nicht tun. Aber der Vater wartete voller Liebe Tag und Nacht auf die Rückkehr seines Sohnes und rannte IHM sogar entgegen . . . ohne zu prüfen wie echt seine Reue war, oder ob er der Gnade würdig war, oder ob ihn nur der Hunger heimgetrieben hatte!

Der Vater wusste das seine Liebe früher oder später zum Ziel kommen würde und nicht sein Ärger, oder Frust.
Das ist der schwere Part, im Umgang mit Menschen die in Verstrickung, Schuld oder Gottesferne leben! Wie lange soll ich zuwarten, wie lange lieben und gnädig sein?

Unsere größte Angst Gnade zu geben . . . ist ausgenutzt zu werden!
Darum möchten wir unsere Gnade gerne limitieren, absichern und genau dosiert geben, aber ist das, das Maß und der Weg Gottes?

Petrus beschäftige diese Frage nach „Gnadendosierung“  sehr intensiv . . .

Matthäus 18:21-22

Da trat Petrus herzu und sprach: Herr, wie oft soll ich meinem Bruder vergeben, welcher gegen mich sündigt? Bis siebenmal? Jesus antwortete ihm: Ich sage dir, nicht bis siebenmal, sondern bis siebzig mal siebenmal!

Dasselbe menschlich unverständliche Gnadenmaß begegnet uns in . . . .

Matthäus 5:41-45
Wenn dich jemand eine Meile weit zu gehen nötigt, so gehe mit ihm zwei. Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht ab von dem, der von dir borgen will. Ihr habt gehört, daß gesagt ist: «Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen!» Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen; auf daß ihr Kinder eures Vaters im Himmel seid. Denn er läßt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und läßt regnen über Gerechte und Ungerechte.5:48 Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer himmlischer Vater vollkommen ist! Was bedeutet das?

Wir lesen das und wenn wir ehrlich sind sträubt sich ALLES in uns so zu handeln und wir schreien nach einer Theologie die das da entschärft!
Aber die Wahrheit ist, das ist das Wesen der Gnade und Langmut Gottes. (seid barmherzig) ER weiß, das er nur so und auf diese Weise Menschenherzen transformiert und verändert „durch skandalöse Gnade“ durch stilles warten und Vertrauen das seine Liebe stärker ist als die Verstockung des Kindes.

Und nur Menschen die sich aus Liebe ändern werden wirklich geändert sein.
Und Gott weiß das Zwang und Angst nur religiös maskierten Gehorsam hervorbringt oder noch tiefere Rebellion. WIR ERNTEN WAS WIR SÄEN!

Matthäus endet diese Ansage damit, dass wir unserem Vater genau darin ähnlich sein sollen!
Denn wir sind Kinder des Allerhöchsten.

Das heißt wir schaffen Räume der Gnade und Langmut, mit dem Ziel, das Menschen umkehren können. Klar ist:

Wir heißen Sünde nicht gut, oder ermutigen den Sünder ein Sünder zu bleiben!
Wir unterstützen den in Fehlverhalten lebenden Menschen nicht aktiv in seinem Fehlverhalten, aber wo wir „erziehend“ Handeln müssen oder Nein sagen müssen, tun wir das in Liebe, Respekt und Güte.

  • Wo wir Schuldhaftes Handeln sehen dürfen wir es adressieren! . . .
    Aber hier ist der „Deal“
  • Wie mache ich es ?
  • Was ist Mein Motiv dazu?
    (Ärger, persönliche Vorbehalte, Ungeduld, Rechthaberei)
  • Wann mache ich es
    (Ist der andere bereit dazu, bin ich bereit dazu)

Zum „Wann“ ein Bibelvers den wir da vielleicht gar nicht vermutet haben . . .

Matthäus 7:6
Gebet das Heilige nicht den Hunden und werfet eure Perlen nicht vor die Schweine, damit sie dieselben nicht mit ihren Füßen zertreten und sich umwenden und euch zerreißen.

Das Heilige und die Perlen kann auch dein Innenleben oder das deines Gegenübers sein. Wenn ich mich „vertrauensvoll“ vor dir mit meinem tiefsten Seelenschmerz oder Schuld, die ich nicht mehr tragen kann öffne . . . gebe ich dir gewissermaßen eine Perle oder etwas Heiliges (Abgesondertes) preis . . . Die Frage ist: Wie gehst du damit um?

Wenn Du nicht innerlich reif bist, wirst du das tun wovor Jesus warnt:
Dich gegen Den wenden der sich dir anvertraut und ihn zerreißen und auf ihm rumtrampeln!

Deswegen gilt auch für beide Seiten bei der „Demaskierung“ bedacht zu sein!
Du der dich anvertrauen willst . . . überlege und bete, wem du dich anvertraust!
Du der, du jemanden rätst sich dir anzuvertrauen . . . bist du fähig und bereit zu tragen was du hörst. Hast du Reife und Liebe und Gnade, oder läufst du dann Amok?

Ich möchte allen die das Thema „unmaskiert leben“ weiter vertiefen möchten ein gutes Buch empfehlen  „Kultur der Ehre“ von Danny Silk (Redding, Bethel Church)

In der Bethel Church hat man lange daran gearbeitet diese Kultur der gegenseitigen Ehre auf den verschiedensten Ebenen der gemeinde und auch des täglichen Lebens zu leben. Und ein Teil dieser Kultur ist, wie gehen wir in Krisen miteinander um?

Vergelten wir gleiches mit Gleichen, ahnden wir streng nach Gesetz und Ordnung, oder sehen wir uns mit den Augen Gottes?

Danny Silk der Autor und einer der leitenden Pastoren der Bethel Church beginnt das Buch mit einer Story zweier lediger junger Studenten an der Bethel Uni die mehrfach intime Beziehungen hatten, aus denen dann das Mädchen schwanger wurde.

Die Schulregel sah normalerweise einen Ausschluss der Studenten von der Schule vor. Aber Dany und sein Schulleiter sahen die Not und Scham und auch die Zerknirschung der beiden und überlegten . . . wie sie einen Raum der ehrenvollen Konfrontation mit dem Sachverhalt schaffen konnten, der ihre Würde als Menschen bewahrte, aber auch Raum zur Besinnung schuf und gleichzeitig auch den anderen Studenten half zu erkennen, das die Leitung nicht einfach gleichgültig über solche Sachverhalte hinwegging.

Abschnitte aus S.36 – S.39 – S.43-44 lesen . . .

„Scham wird durch Liebe überwunden!
Scham alleine hält Menschen in ihren Fehlern gefangen oder führt zu äußerlich erzwungenen Änderungen und dem Aufsetzen neuer Masken!

Die Frage ist:
Mit was sind wir zufrieden, in unseren Ehen, Familien, Arbeitsplätzen, Hauskreisen, Gemeinden? Ist uns nur der äußerliche Gleichschritt wichtig? Hauptsache nach außen sieht alles gut aus? (Das Auswendige des Gefäßes…)

Fassen wir zusammen . . .
Masken tragen wir aus Scham . . . das Ziel des Vaters ist, das wir unmaskiert leben sollen, hinter unseren Masken vorkommen, damit ER uns verändern kann.

Ziel dieser Blogreihe ist es, uns zu befähigen, wie Jesus es getan hat . . . Räume der Gnade, der Güte und Liebe zu schaffen, die den anderen ermutigen Masken abzunehmen und sie nicht nur abzunehmen, sondern motiviert durch Liebe und Geduld ein neues Leben zu beginnen und so die zerstörenden Muster der Verfehlungen zu überwinden!

Für diese Form der Liebe, der Güte und der Gnade gibt es kein Kochbuch!!!
Wir hätten gerne eine feste Richtlinie nach der wir alle Fälle werten, beurteilen und angehen können  Lesen wir dazu . . .

Johannes 8:4
Meister, dieses Weib ist auf der Tat beim Ehebruch ergriffen worden. Im Gesetz aber hat uns Mose geboten, solche zu steinigen. Was sagst nun du?

Matthäus 12:1 Zu jener Zeit ging Jesus am Sabbat durch die Saaten; seine Jünger aber hungerten und fingen an, Ähren abzustreifen und zu essen. Als aber das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu ihm: Siehe, deine Jünger tun, was am Sabbat zu tun nicht erlaubt ist!

Jesus wird mit der Schrift, welche die Pharisäer ohne den Geist benutzten konfrontiert und soll gemäß des Buchstabens ein Urteil fällen . . .

In beiden Fällen fällt sein Urteil anderes aus . . . nämlich „GEISTgeführt“ kommt er zu einem anderen Urteil und einer anderen Vorgehensweise als der blanke Buchstaben.
Er tut das . . .was er später beschreibt als . . .

Johannes 5:19
Da antwortete Jesus und sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, der Sohn kann nichts von sich selbst tun, sondern nur, was er den Vater tun sieht; denn was dieser tut, das tut gleicherweise auch der Sohn

Paulus fasst das später in folgende Worte:
Der Buchstabe tötet, der Geist macht lebendig! 2.Korinther 3.6

Daraus dürfen wir lernen, kein Fall gleicht dem anderen und im korrigierenden Umgang mit Menschen, haben wir immer den Vater zu fragen, nach dem Weg, den Maßnahmen und dem Maß der Gnade das wir anzusetzen haben das erfordert von uns ein bewusstes Leben der Nähe zum Vater und eine Sensibilität, ihn zu hören . . . das ist schwieriger als ein Gesetzbuch zu lesen . . . aber es führt wie Paulus sagt zum Leben.

Ich möchte die Reihe „unmaskiert leben“ abschließen mit dem folgenden Text . . .

Matthäus 12:7
Wenn ihr aber wüßtet, was das heißt: «Ich will Barmherzigkeit und nicht Opfer», so hättet ihr die Unschuldigen nicht verurteilt.

Wissen was Barmherzigkeit ist und diesen Raum für sich und andere schaffen, kann nur der WER Barmherzigkeit an sich selbst ERFAHREN hat! Der Vater weiß um unser aller Schwäche und hat deshalb erbarmen mit uns und will das wir werden wie ER . . . dann werden wir eine Ernte sehen die unsere Vorstellung übersteigt.

Lasst uns Menschen werden, die diese Räume des Erbarmens, die es uns ermöglichen Masken abzunehmen, hier und wo wir im Alltag leben schaffen!

Hier ein Hammerlied zum Abschluss des Themas . . .
Ich lege alle Steine der Anklage nieder
http://www.karsten-schneider.com/2014/03/ich-lege-alle-steine-der-anklage-nieder/

 

 

Unmaskiert leben (Teil 2) Der Prozess der Demaskierung

Unmaskiert leben (Teil 2) Der Prozess der Demaskierung

 

Wir wollen die Blogreihe „unmaskiert leben“ fortsetzen, heute, mit dem Unterthema: „Der Prozess der Demaskierung“

Masken sind oft relativ schnell aufgezogen und eh wir uns versehen, werden sie zur 2 ten Natur, von der wir uns schwer trennen können, weil sie uns oft scheinbare Sicherheit gibt, scheinbare Annahme bei den Anderen und weil sie unsere wenig schönen Seiten und Mängel bedeckt . . . die wir aus Scham vor den Anderen verstecken.

Und damit sind wir beim Kernproblem der Maske . . .

  • Wir ziehen sie auf, weil wir uns der eigenen Realität schämen!
  • Und weil wir uns vor unserem Umfeld unmaskiert schämen!
  • Und deshalb (wegen der Scham) ist es so schwer, sie abzuziehen!

Schauen wir uns einmal die älteste und erste Maske der Menschheit an das Feigenblatt . . .

Die Bibel sagt uns das Mensch im ANFANG nackt war und sich nicht DAFÜR schämte (1.Mose 2.25) Die Scham kam erst mit der inneren geistigen Trennung des Menschen von Gott! Und der daraus resultierende Reflex war, sich zu verstecken und sich zu maskieren . . .

Genesis 3:7
Da wurden ihrer beider Augen aufgetan, und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren; und sie banden Feigenblätter um und machten sich Schürzen. Und sie hörten die Stimme Gottes, des HERRN, der im Garten wandelte beim Wehen des Abendwindes; und der Mensch und sein Weib versteckten sich vor dem Angesicht Gottes des HERRN hinter die Bäume des Gartens. Da rief Gott der HERR dem Menschen und sprach: Wo bist du? Er sprach: Ich hörte deine Stimme im Garten und fürchtete mich; denn ich bin nackt, darum verbarg ich mich!

Was wir lernen dürfen ist, dass unser Motiv Masken zu tragen uralt ist und mit falscher Scham zu tun hat! Gottes Absicht ist und war nie ein „Schamspiel“ in dem wir uns vor IHM, oder voreinander verstecken sollen . . . das war unsere menschliche Entscheidung, die bis heute anhält!

Gottes Absicht ist uns hinter jeder Form von Masken hervorzuholen . . .

Masken die wir vor IHM tragen! Masken die wir voreinander tragen!

Adams Selbstdefinition seiner Maske war . . . Ich fürchte mich, weil ich nackt bin, (Im Klartext: „Nicht genüge!“) darum verbarg ich mich hinter meiner (religiösen) Maske. (Religion = Ich tue etwas um Gott zu gefallen, oder verberge mein Ungenügen hinter frommer Action)

Die Furcht „Gott oder dem anderen nicht genügen“ lässt uns Masken tragen . . .
Doch das Wesen Gottes ist aber ein völlig anderes . . .

1.Johannes 4:18
Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die völlige Liebe treibt die Furcht aus, denn die Furcht macht uns Pein; wer sich aber fürchtet, ist nicht vollkommen geworden in der Liebe.

Gott ist und war und wird für immer Liebe sein . . . Es war nie seine Absicht, das wir „auch im Versagen“ uns vor ihm zu verstecken haben . . . und gerade da, wo wir versagen… wünscht ER sich, das wir voller Vertrauen zu ihm kommen . . . ohne Masken, gerade so wie wir sind! Fakt war, das Adam und Eva Gott nicht wirklich kannten . . . Sie kannten den Gott der „guten Tage“ wo alles gut lief … aber sie hatten keine Erfahrung mit dem Gott, wenn sie Fehler machen würden . . . Sie konnten sich nicht vorstellen, das sie dann immer noch geliebt sein würden . . . weil dieser Gott wusste das sie „einbrechen“ würden und ER schon vor ihrer Erschaffung aus Liebe auch dafür eine Lösung hatte . . .

Christus ist das Lamm, das schon vor Grundlegung (Erschaffung) der Welt geschlachtet wurde! Offenbarung 13.8

Damit sind wir beim kritischen Punkt der „Demaskierung“ angelangt . . .
Wie reagiert mein Gegenüber , wenn ich die Maske fallen lasse oder lüfte?
Bin ich sicher? Oder werde ich abgewiesen . . .
oder mit ultimativen Forderungen und Bedingungen an die Wand gedrückt.

Und so wollen wir uns heute damit beschäftigen, wie wir diesen Weg der Demaskierung gehen können!

Denn er ist nicht einfach, weil wir uns so an das Maskentragen gewöhnt haben, auch in unseren christlichen Kreisen. Das wir oft gar nicht wissen . . .wie man eine Masken abnimmt oder gar mit jemand umgeht, der seine Maske verloren hat, oder wie man einen Raum schafft in dem der Andere Mut und Annahme findet seine Maske abzunehmen!

Das wohl wichtigste das es zu lernen gilt ist:
Reiße niemanden eine Maske vom Gesicht gegen seinen Willen und um ihn zur Schau zu stellen und um dein Rechtsbewusstsein zu befriedigen oder um dich zu rächen. Egal was du im Anderen bereits erkennst! Die Güte und Weisheit schafft Räume, in denen das gegenseitige Vertrauen so wächst, das der andere selber beginnt die Maske abzunehmen.

Wir leben in einer Zeit in der es „Normal“ geworden ist, sich das Maul über die Verfehlungen des „ANDEREN“ zu zerreißen . . . Unsere Presse und die Medien leben davon und impfen uns das Verhaltensmuster Tag und Nacht ein. Bloßstellung ist ein Sport, ein Kult geworden, der sich massenhaft gut verkaufen lässt.

Wenn wir ganz ehrlich sind . . . „Es tut auch so gut“ sich über die Verfehlungen der Andern aufzuregen, solange man dadurch blind ist für die eigenen. Gerade der Fall Hoeneß (2014) zeigt in den Medien diese erschreckende Doppelmoral. (Meine kleine Steuerschönung ist nicht so schlimm wie seine große!

Die Bibel ist da einfach sehr klar (Gerade in den Geboten der Feindesliebe), wie wir mit der Schuld anderer umzugehen haben . . . und das passt uns oft überhaupt nicht! Weil wir alle oft gerne Blut sehen möchten, solange es nicht unsere eigenes ist!

Sprüche 19:11
Klugheit macht einen Menschen geduldig, und es ist ihm eine Ehre, Vergehungen zu übersehen.

Es ist eine „Ehre“ über Verfehlungen hinweg zu sehen! Und dazu gehört geistige Klugheit . . . und die kommt durch eigenes Erleben und Erfahren! Das heißt nicht, das wir Unrecht ignorieren, sondern vielmehr geht es darum. . . „Wie“ adressieren wir Unrecht! Also in einer Weise, dass der Andere seine Würde behält und noch vielmehr den Mut bekommt, sich aus eigenen Stücken zu ändern und nicht weil wir ihn mit Drohung Scham, Schimpf und Schande dazu zwingen?

Wieder einmal können wir das nur verstehen, wenn wir uns selber in die Situation versetzen! Wie möchtest du behandelt werden, wenn du ERWISCHT wirst??? Erinnern wir uns was Jesus sagte: Matthäus 7:12 Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch für sie! Das ist es, was Gesetz und Propheten fordern.

Dort genau beginnt die Kunst der „Demaskierung“ . . . Einen geistigen Raum schaffen durch Güte und Langmut in dem der Andere Mut fassen kann seine Maske abzunehmen, ohne das wir sie ihm gewaltsam herunterreißen (Auch wenn wir meinen absolut ein Recht dazu zu haben)

Hier eine Geschichte der Wüstenväter . . .
Ein Bruder in der geistlichen Gemeinschaft war in Sünde gefallen. Man hielt eine Versammlung ab um über ihn zu urteilen und schickte zu Altvater Moses. Der aber wollte nicht kommen. Daraufhin sandte ihm der Priester den Auftrag: „Komm, denn die Gemeinschaft erwartet dich und dein Urteil!“ Moses erhob sich und kam. Er nahm einen durchlöcherten Sack, füllte ihn mit Sand und nahm ihn auf die Schulter. Die Brüder gingen ihm entgegen und sagten zu ihm: „Was bedeutet das, Vater?“ Da sprach der Greis zu ihnen: „Das sind meine Sünden. Hinter mir rinnen sie heraus, und ich sehe sie nicht, und nun bin ich gekommen, um fremde Sünden zu richten.“ Als sie das hörten, sagten sie nichts mehr zu dem Bruder, sondern verziehen ihm.

Die reale Verfehlung des Bruders wurde von Abbas Mose NICHT unter den Tisch gekehrt, er begann dann mit dem in Schuld gefallenen Bruder zu arbeiten . . . aber es wurde ein Raum geschaffen in dem der Sünder Mut fassen konnte, sich seiner Schuld zu stellen, Wie? Weil der in Sünde gefallene Bruder sah, das der Heiligste unter ihnen sich selbst noch als Schwach und fehlbar ansah und das auch öffentlich „unmaskiert“ zugab. Was hätte der andere Weg, der öffentlichen Anklage gebracht? Angst bei den anderen! Und sie selber dazu gebracht . . . ihre Masken noch sorgfältiger zu tarnen. Einen Gehorsam aus Furcht und äußerlicher Anpassung! Aber nicht aus Liebe und tiefer innerer Überzeugung. Und genau diese Frucht will der hl. Geist nicht!

Jesus sagt: ich bin von Herzen Demütig und sanftmütig, lernt von mir . . . In der Gegenwart eines sanftmütigen und demütigen (nicht schwächlichen) Menschen fassen wir Mut unsere Masken abzulegen, das sollen wir von Jesus lernen !

Eines ist völlig klar . . . Der Weg der Güte und Sanftmut ist immer ein schwerer Weg und ein längerer Weg. Er bringt oft nicht die schnellen Resultate, die Drohung, Angst, Einschüchterung und Druck hervorbringen.

Aber der Weg der Güte für den uns Jesus 7x70mal zu Vergeben aufträgt, bringt tiefe und dauerhafte Früchte im Leben des Anderen und auch in unserem Leben. Und Gott der Vater ist an diesen Früchten mehr interessiert als am Gehorsam aus Angst und Selbstgerechtigkeit (der ältere Bruder aus Lukas 15) Schauen wir uns miteinander die Geschichte der Frau vom Jakobsbrunnen an und achten mal darauf wie Jesus mit ihr umgeht . . .

Johannes 4:6-39 (bitte lesen)

Die Frau kam an den Brunnen zur 6 Stunde (Mittagszeit) um nicht mit andern Frauen ins Gehege zu kommen die „moralisch“ einwandfrei waren, denn diese wusste um ihren „Ruf“.

Jesus sprach sie an und bat sie als Jude und Rabbi um Wasser . . . Er erniedrigte sich in seinem Status um zu ihr auf Augenhöhe zu kommen . . . Das ist das Erste was wir tun wenn wir jemand erreichen wollen, dessen Verhalten „Hilfe“ braucht! Wir demütigen uns und sind ehrlich, aufrichtig sanftmütig, um es dem andern leicht zu machen uns anzuhören.

Jesus gewinnt auf diese Weise das Vertrauen der Frau . . . im weiteren Verlauf des Gespräches möchte er ihrer Not „der wilden Ehen“ begegnen . . . Aber auch das tut er nicht frontal oder abwertend . . . sondern in einem prophetischen Seitensatz ohne Anklage oder moralische Bewertung. Es geht Jesus nicht darum mit oberflächlichem moralisieren ein äußerliches Problem äußerlich zu fixen! Es geht ihm um den ganzen Menschen, um sein Herz. Er weiß, wenn er das Herz der Frau gewinnt mit Liebe gewinnt er alles andere!

Am Ende ist die Frau so überwältigt von seinem Angebot, dass er ihr das Wasser des Lebens geben kann und wohl gegeben hat (die innere geistige Neugeburt, also von Gott angenommen zu sein) . . . das sie in das Dorf läuft und dort öffentlich ihren Lebensstil bekennt, ohne sich länger zu schämen. Sie nimmt die Maske ab und der Prozess der Heilung kann beginnen und sogar ein ganzes Dorf kommt durch sie zu Glauben! Das ist himmlische „Demaskierung!“

Lernen wir ein weiteres mal von Jesus . . . Jesus und die Ehebrecherin . . . (Johannes 8.3-11)
Eine Frau wird von einem aufgebrachten Mob religiöser Eiferer vor Jesus gebracht. Im Ehebruch ertappt
Betrachten wir einmal das Bild mit inneren Augen genau und sehen wie ihr gewaltsam die Maske vom Gesicht gerissen wird, wie es nur darum geht RECHT zu haben, wie entwürdigend das Ganze auf uns wirkt!

 

War die Frau unschuldig? NEIN! Ehebruch tut dem andern Partner weh, er verletzt und demütigt . . . es ist kein niedliches einfaches Ding!

Aber was macht Jesus . . . Er beginnt den Anklägern auf Ihrer Ebene der gewaltsamen Demaskierung zu begegnen . . . Er demaskiert nun sie . . . Wir lesen im Text, das er in den Sand schrieb . . . Es ist sicher gut sich zu fragen, WAS er da hinschrieb!

Ich bin überzeugt, es hatte mit den Männern zu tun, die Blut sehen wollten, die Sünde gefixt sehen wollten, die nach Recht und Ordnung verlangten . . .

Das was da im Staub der Erde geschrieben war „Demaskierte“ diese Männer . . . Jesus handelte nun nach ihrer Art der „Demaskierung“ an ihnen . . . Warum glaube ich das? Lesen wir zuerst den Abschnitt aus . . .

Johannes 8:6 ff . . .
Jesus aber bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie nun dabei verharrten, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie! Und er bückte sich wiederum nieder und schrieb auf die Erde. Als sie aber das hörten, gingen sie von ihrem Gewissen gestraft einer nach dem andern hinaus, die Ältesten zuerst; Jesus aber ward allein gelassen, mit dem Weib, das in der Mitte stand. Da richtete sich Jesus auf und sprach zu ihr: Weib, wo sind deine Ankläger? Hat dich niemand verurteilt? Sie sprach: Herr, niemand! Jesus sprach zu ihr: So verurteile ich dich auch nicht. Gehe hin und sündige hinfort nicht mehr!

Ich bin zutiefst überzeugt, dass Jesus die verborgenen Sünden der Steinewerfer in den Sand geschrieben hatte, vielleicht die Namen ihrer „Geliebten“ oder andere versteckter Sünden.

Denn sie wurden von Scham überführt!

Denn wir dürfen auch gewiss sein, wo wir andere ihrer Sünden aus Rechthaberei, oder Selbstgerechtigkeit oder lieblosen Dogmatismus vorhalten . . . wird es nicht lange dauern, bis uns unsere eigenen Sünden (von denen wir meinen, wir haben sie nicht, ans Licht gezerrt werden! Was wir säen ernten wir!

Jesus verniedlichte die Schuld der Frau nicht, er kehrte sie auch nicht unter den Tisch, er ermutigte sie: „Sündige hinfort nicht mehr!“

Die Frage die wir uns hier noch stellen müssen ist wichtig, was motivierte die Frau wohl mehr von ihrer „Verfehlung“ zu lassen? Die Angst vor der Steinigung? Oder die Konfrontation mit einer Gnade, Güte und Vergebung, die sie so nicht kannte?

Unser Vater sehnt sich danach, das wir ihm aus Liebe nachfolgen und nicht aus Angst vor Bestrafung . . . <

Nochmals Liebe braucht Räume, Zeit und Langmut. Deshalb ist der Prozess der „Demaskierung“ ein Prozess der uns Langmut und Geduld zumutet.

  • Du kannst deinen Gegenüber gewaltsam zwingen seine Masken fallen zu lassen!
  • Oder du kannst, mit Geduld warten und tätig lieben (Jesus Zachäus) und so Räume des Vertrauens schaffen in denen, der andere freiwillig beginnt sich zu ändern.

Du kannst entsetzt sein, wenn der Andere die Maske fallen lässt, oder bereit sein mit ihm den Weg der Heilung zu gehen. Darum musst du dir als Gegenüber auch im Klaren sein, was kannst du und was willst du tragen, bist du bereit die 2 Meile der Geduld zu gehen? Denke immer dran wieviel Geduld Gott dein Vater mit dir hat!

  • Ein Wort an die Maskenträger, wenn du es kannst überlege vor wem du deine Masken fallen lässt, nicht jeder hat die nötige Reife, dein unmaskiertes Selbst in der nötigen Reife zu ertragen. Jesus spricht davon Perlen nicht vor die Säue zu werfen damit diese nicht sich umwenden und dich zerreißen . . . Mein Versagen jemand zu bekennen ist in den Augen des Himmels eine Perle . . . Leider gehen einige damit nicht angemessen um, oder können es einfach noch nicht!
  • Erwarte von deinem demaskierten Gegenüber keine 3 Schritte zur erfolgreichen Heiligung, und sei nicht vorschnell mit dem Urteil: DER WILL JA GAR NICHT WIRKLICH! Mit manchen Sünden kämpfen wir ein Leben lang und brauchen vielleicht nur jemand der uns immer wider Mut macht zu Kreuz zu kommen (Paulus & sein Wort: Lass dir an meiner Gnade genügen)

Frage an uns: In wieviel Sünden sind wir gefangen, weil wir keinen Platz oder Ort haben, an dem wir sie bekennen können und uns trotzdem noch geliebt und angenommen wissen können?

Wollen wir „Leser“ in den kommenden Jahren Christen werden, wo wir in einem Prozess lernen können, voreinander immer weniger Masken zu tragen?

Wollen wir eine Gemeinschaft der Geduld und des liebevollen aneinander Dranbleibens werden?

Wollen wir unseren Vater um Geduld und Sanftmut bitten und ihn bitten uns von aller Selbstgerechtigkeit ebenfalls in einem Prozess zu befreien.

Magst du dafür jetzt in der Stille beten?

Lukas 6:35-37
Vielmehr liebet eure Feinde und tut Gutes und leihet, ohne etwas dafür zu erhoffen; so wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Kinder des Höchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen. Darum seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Und richtet nicht, so werdet ihr nicht gerichtet! Verurteilet nicht, so werdet ihr nicht verurteilt! Sprechet los, so werdet ihr losgesprochen werden!

Unmaskiert Leben – Aber wie (Teil 1) . . .

(Saisonale Einleitung) Dieser Tage ging ja die Karnevalsaison vorbei und die Zeit der Masken und Kostüme . . . Es ist die Zeit in der Menschen bewusst in Traum und Ersatzidentitäten schlüpfen, um DIE zu sein, die sie gerne wären. Oder sich hinter Masken verstecken, um bei dem was sie tun, nicht erkannt zu werden, weil es für ihr Umfeld nicht akzeptabel ist.

Aber wenn wir im Leben genau hinschauen, stellen wir fest, das es das ganze Jahr über eine Maskensaison gibt und das andere und WIR auch Masken tragen und das unser wahres Gesicht ganz selten zu sehen ist.

Was ich mit dieser Blogreihe nicht möchte, ist „christlich“ moralisieren!
Ich möchte Mich zuallererst darunter stellen und sagen: Wir alle „ICH“ auch tragen Masken!
Und so paradox es klingen mag, manche der Masken sind für eine gewisse Zeit sogar überlebensnotwendig, weil wir regelrecht gezwungen sind sie zu tragen . . . Manchmal gezwungen von uns selbst . . . und oft erzwungen von Anderen um uns herum . . . Und oft sogar von Menschen die vorgeben uns zu lieben, deren Liebe aber nur soweit reicht, wie unsere Maske ihren Vorstellungen entspricht . . . deren Liebe aber uns sofort entzogen wäre wenn unsere Maske fällt!

(Denk einmal jetzt kurz darüber für dich selbst nach . . .) Wo lässt deine Liebe nach wenn dein Gegenüber Schwächen zeigt? Wo ist deine Liebe, Zuneigung an Konditionen gebunden, die der andere zu erfüllen hat . . . weil du ihm sonst Liebe oder Sympathie entziehst und ihn so zwingst Masken zu tragen)

Die peinvollsten Orte an denen wir Masken tragen, sind oft die Orte, wo wir eigentlich, so wie wir sind, geliebt und angenommen sein sollten . . .

  • In der Familie
  • In freundschaftlichen Beziehungen
  • Im christlichen Umfeld

Orte an denen wir uns eigentlich sehnen, Die sein zu können, Die wir wirklich sind, wo wir auch mal schwach sein dürfen, oder sagen dürfen, was wir wirklich denken . . .

Aber oft sind das die Orte wo das genaue Gegenteil der Fall ist . . . wir spüren nach einer gewissen Zeit, man hat Erwartungen an uns, die wir nicht erfüllen können . . . Und da wir die Liebe, Sympathie oder Zuneigung der Anderen nicht verlieren möchten, oder es kaum ertragen nicht mehr dazuzugehören . . . ziehen wir Masken auf und spielen jemand, der wir gar nicht sind . . . und brennen langsam unter dieser Mühe aus.

Besonderes Augenmerk möchte ich auf das christliche Umfeld legen, wo das Maskentragen besonderes weh tut, weil der „oberflächliche“ christliche Lebensstil oft von Liebe und Annahme und Vergebung spricht . . . diese aber oft an Bedingungen, Lehrmeinungen und Äußerlichkeiten festmacht, die es zu erfüllen gilt, um im Gegenzug Annahme und Teilhabe und Akzeptanz zu erhalten.

Und so wird die Gemeinde oder Kirche oft zu einem Ort, an dem wir mehr Masken tragen als sonst wo . . . und unser christlicher Lebensstil wird zu einem „Stil der Äußerlichkeit“ zu dem wir uns aus Angst zwingen lassen oder wir, andere (oft auch unwissend) hineinzwingen.

Der folgende Vers sollte nicht nur als wütende Drohung Jesu gegenüber den „Bösen Pharisäern“ gelesen werden, sondern als ein Hinweis an uns alle, dass wir oft den „Äußerlichkeiten“ des christlichen Glaubens (Masken) mehr Wert zumessen als den inwendigen Werten . . .


Matthäus 23:26-28
(Mal nicht auf die Pharisäer münzen, sondern auf uns Christen!)
Du blinder Pharisäer (Christ), reinige zuerst das Inwendige des Bechers und der Schüssel, damit auch das Äußere rein werde! Wehe euch, Schriftgelehrte und Pharisäer (u. bibeltreuen Christen), ihr Heuchler, die ihr getünchten Gräbern gleichet, welche auswendig zwar schön scheinen, inwendig aber voller Totengebeine und allen Unrats sind! So erscheinet auch ihr äußerlich vor den Menschen als gerecht, inwendig aber seid ihr voller Heuchelei und Gesetzwidrigkeit.

Je mehr wir mit äußerlichen Forderungen des Glaubens beschäftigt sind oder zufrieden sind . . . drängen wir andere Menschen und Uns in christliche Äußerlichkeiten (Masken) hinein und verhindern, dass der inwendige Mensch wachsen kann . . . Eine fromme Maske ist schnell aufgesetzt . . .

Den „INNWENDIGEN“ Christen, der Güte und des Erbarmens, wachsen zu lassen, aber braucht Zeit, Langmut und viel Gnade .

Es ist uns oft „unbewusst“ auch als Christen wichtiger, das die Hülle, die Masken, das Äußerliche unseres persönlichen Glaubenslebens und unsere Dogmen stimmen . . . als das Innere, das man nicht sofort sieht . . . aber spürt.

Und doch suchen so VIELE . . . Christen und auch Nichtchristen, eigentlich einen Ort, wo wir die immer schwerer werdenden Masken äußerlicher Konformität ablegen können, ausschnaufen können, keine Angst mehr haben müssen, das jemand unsere Mängel und Schwächen oder Zweifel sieht und uns deshalb abweist. (Und nochmals: Wir tragen die meisten Masken aus Angst vor Ablehnung)

Und dieser Ort der Ruhe und Sicherheit, war Jesus zur Zeit seines irdischen Lebens und ER ist es auch jetzt!

Matthäus 11:28-30
Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken! Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen; denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht!

Verweilen wir ein wenig bei diesem wunderbaren Vers, der voll EVANGELIUM ~ Froher Botschaft ist!

Jesus sprach die zahllosen Gläubigen seiner Zeit an, die unter den Masken der äußerlichen pharisäischen Religion einsam und am Zusammenbrechen waren und er spricht uns heute an, die wir unter unseren religiösen Masken leiden und Angst vor Menschen und vielleicht vor Gott selber haben . . .

Er lädt uns ein zu sich zu kommen, denn ER ist sanftmütig und demütig . . .

Denken wir einmal nach . . .
Wo wärst Du und ICH bereit, unsere Masken abzulegen?

Nur dort wo man uns nicht, wenn wir nackt dastehen, verurteilt, sich über uns entsetzt, oder uns mit besserwisserischen Ratschlägen erschlägt und in eigene Formen pressen will.

Doch dort wo man über unsere Schwachheit oder Andersartigkeit zunächst Güte, Geduld und Langmut legt, wo man uns zeigt, das „wir selber“ wichtiger sind als unsere äußerliche religiöse Performance oder moralische Leistung . . .

Dieses Wesen zeichnete Jesus zutiefst aus . . .
Er sah zuerst den Menschen und nicht seine religiöse oder moralische Leistung. Er sah die Menschen in ihrer inneren Zerbrochenheit, ihre Sehnsucht nach unkonditioneller Annahme und Liebe . . . Er sah, wie viele der Mangel nach Annahme , Liebe und Akzeptanz in Sünde getrieben hatte, weil sie sich hofften dort ihren inneren Hunger zu stillen. Er sah mit den Augen Gottes auch das Misstrauen in die Wege Gottes, die viele (wie den verlorenen Sohn) in eigene Wege und damit Not getrieben hatte!

Er sah die verlorenen Söhne und Töchter und sah, dass sie für den Vater trotz ihrer Verfehlungen nie aufgehört hatten Söhne und Töchter zu sein . . .

Und das sprach und strahlte Jesus auf vielfältige Weise aus . . . und die verlorenen Menschen kamen in Scharen und ließen vor ihm ihre Masken fallen . . . Sie schämten sich nicht in seiner Gegenwart ihre Wunden zu zeigen . . . und ER erschlug sie nicht mit religiösen Forderungen, die er an seine Liebe und Annahme knüpfte . . .

Ich muss dabei an einen Satz des Autors Mike Yaconelli denken . . .

Jesus hat mir nicht gesagt was ich tun soll . . . ER hat mir gesagt wie sehr er mich liebt!“

. . . und eben, aus dem geliebt sein, erwächst das gute und freudige Tun! Der schlitzohrige Oberzöllner Zachäus, erfuhr vor aller Ermahnung und Zurechtweisung zuallererst nur eines von Jesus . . . (Lukas 19.5ff)

Du bist immer noch wert und würdig mit mir zu Tisch zu sitzen! Du hast immer noch Wert in meinen Augen und in den Augen meines Vaters!

Der Mann trug die Maske eines knallharten Geschäftsmannes, eines Abzockers und all das Anklagen und moralisieren und Verachten in all den Jahren, half ihm nicht hinter seiner Maske hervorzukommen.

Aber dann kommt der EINE, der von sich sagt: Ich bin von Herzen demütig und sanftmütig, komm zu mir her, der du mühselig und beladen bist mit deiner Schuld und deinen Masken, den frommen und den unfrommen.

Und es ist die Sanftmut und die Demut, die Zachäus Mut macht seine Maske fallen zulassen, die ihn zugeben lässt: „Wen ich betrogen habe, dem erstatte ich 4fach nach dem Gesetz des Mose.“

Frage: Ist das nicht ein geistliches Ziel für uns: Ein Mensch, ein Christ zu werden in dessen Gegenwart Menschen sich sicher fühlen, ihre Masken abzulegen? Das unsere Gemeinde der Ort wird, wo wir heil werden können . . . ? Und Gemeinde sind WIR, die einzelnen Glieder . . . und anfangen dürfen wir in unseren Häusern, unseren Beziehungen und bei uns selbst.

Wie schaffen wir konkret geistige Räume in denen Masken fallen können?

Darüber wollen wir uns auch in den nächsten Sonntagen tiefere Gedanken machen . . . Ein Teil unserer Gemeindevision ist „Näher zueinander“ . . . und das geht nur, wenn wir die Angst voreinander verlieren, die uns Masken tragen lässt. Der Weg dahin ist nicht einfach und es ist kein „Quickfix“ sondern ein Prozess der Geduld und Langmut mit uns selbst und dem Nächsten.

Schauen wir uns eine erste Hilfe beim Masken abnehmen an!

Matthäus 7:12
Alles, was ihr von anderen erwartet, das tut auch für sie! Das ist es, was Gesetz und Propheten fordern. 

Lass das bitte mal auf dich wirken! Stell dir nun bitte deinen geistigen Mangel vor, mit dem du am meisten kämpfst und den du am meisten vor anderen verbergen möchtest (einfach weil wir uns schämen)
Wie möchtest „Du“ behandelt werden wenn du es wagst deine Maske zu öffnen?

  • Gewiss nicht mit einem Entsetzten: Was DU?!!! Das hätte ich nicht von dir gedacht!
  • Auch nicht mit einem Wissenden: Das habe ich mir schon gedacht!
  • Und auch nicht mit einem fertigen 10 Punkte Buß-Plan, den du zu erfüllen hast um durch die Gunst-Tür deines Gegenüber zu gelangen! Also, wie möchtest Du behandelt werden?Die Heimkehr des verlorenen Sohnes (Lukas 15) gibt uns eine Vorstellung davon, wie Gott an uns handelt und wie wir miteinander umgehen können, wenn Masken fallen sollen . . .
  • Der Sohn kam nach Hause unmaskiert!
  • Für sich selber hatte er schon einen Bußplan zurechtgelegt und eine Bußrede um wenigstens minimale Überlebensgunst zu erlangen!
  • Aber der Vater rennt ihm, auf dem schweren Weg, die Maske endgültig abzunehmen entgegen. Er hilft ihm sich völlig zu demaskieren . . . auch von der schammotivierten Bußmaske „mach mich zu einem Tagelöhner“ (Selbstbestrafung)
  • Mit seiner ganzen Körpersprache sagt der Vater ihm: Du bist . . . so wie du bist . . . mehr als willkommen!
  • Er bekleidet die Schande und das entblößte Versagen der abgenommenen Maske nicht mit einer neuen Maske diverser Bußrituale . . . sondern mit dem Kleid der Ehre . . .
  • Der Vater starrt nicht auf das offenbarte Versagen des Sohnes und will das kein anderer draufstarrt . . . darum bekleidet er ihm zuallererst mit Ehre und seiner Annahme und einer tiefen Umarmung.

Mich schaudert zu sehen wie im Facebook oder in Blogs und Webseiten, es sich sogenannte Christen, im Namen der Wahrheit . . . zur Aufgabe gemacht haben das Versagen anderer plakativ und in allen Details bloßzustellen . . .
Weißt du schon?!!! Hast du schon gehört!

Zu meiner Schande muss ich sagen das ich viele Jahre auch so getickt habe . . . Bis Gott mir gezeigt hat, was der Satz bedeutet . . .

1.Petrus 4.8
Vor allen Dingen aber habt untereinander eine inbrünstige Liebe; denn die Liebe deckt auch der Sünden Menge.

Wenn du erlebst wie der Vater deine Schuld bedeckt, wider und wieder, kannst du nicht mehr die deines Nächsten einfach so lieblos und sensationsheischend ans Licht zerren, egal wie falsch er gehandelt haben mag! Das wir uns nicht falsch verstehen, es geht nicht darum Fehlverhalten zu ignorieren! Es geht darum den anderen in Liebe, Ehre, Geduld und Güte zurechtzubringen und eben nicht öffentlich im Namen der „Wahrheit“ an den Pranger zu stellen und „hinzurichten“!

Das sehen wir an der Reaktion des Vaters im Gleichnis des verlorenen Sohnes (Lukas 15)

  • Der Vater will keine Entschuldigung hören, er will umarmen und Freude zeigen, das er sein zerbrochenes Kind wiederhat, welches genug an sich selbst und seinem Eigensinn gelitten hat. Sein Kind braucht jetzt nicht den RatSCHLAG, die Ermahnung oder das heimlich schadenfrohe „Habe ich es dir nicht gleich gesagt?“
  • Er fragt nicht mal nach der Qualität oder Ernsthaftigkeit der Buße. ER prüft sie nicht, wie wir oft die Gesinnung derer prüfen, die uns um Vergebung bitten.
  • Der Vater verteilt vorauseilendes Vertrauen und Vergebung und setzt den Sohn wieder in alle Rechte ein . . . Es ist das, was der Sohn nicht machen kann . . . Es ist das Geschenk der liebenden freien Gnade, die vertraut, das Liebe und Annahme das Herz transformieren, besser als es aller Druck und Forderungen können . . .

Frage:
Möchtest Du „so“ behandelt werden, nachdem du deine Maske abnimmst oder beginnst sie abzunehmen? Wenn JA, sollst du auch bereit sein zu lernen deinen Nächsten genauso zu behandeln, wenn er sich demaskiert! Es ist völlig klar, das dies ein Lernprozess für uns alle ist, wenn wir diejenigen sind, die vergeben müssen . . . das weiß Gott auch . . . Aber Güte und Langmut lernen wir auch nur, wenn wir selbst unsere Schuld erkennen, also erkennen wieviel uns selber täglich vergeben ist!

Wenn wir unsere eigne Schuld verniedlichen, oder Sündenrankings aufstellen, werden wir immer gut abschneiden gegen Andere und das ist es, was wir leider oft tun. Wir teilen Sünden sauber ein, in „schlimm und nicht so schlimm“ und richten das oft, was wir selber scheinbar nie getan haben, am Anderen! Schaut . . . Deshalb hat Jesus die folgenden Worte in Matthäus gelehrt . . .

Matthäus 5:21-22
„Ihr habt gehört, dass zu den Vorfahren gesagt worden ist: ‚Du sollst keinen Mord begehen. Wer mordet, soll vor Gericht gestellt werden.‘ Ich aber sage euch: Schon wer auf seinen Bruder zornig ist, gehört vor Gericht. Wer aber zu seinem Bruder ‚Schwachkopf‘ sagt, der gehört vor den Hohen Rat. Und wer zu ihm sagt: ‚Du Idiot!‘, gehört ins Feuer der Gehanna.

Matthäus 5:27-28
„Ihr wisst, dass es heißt: ‚Du sollst nicht Ehebruch begehen!‘ Ich aber sage euch: Wer die Frau eines anderen begehrlich ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen.

Bitte . . . sind wir ehrlich!!! Wer von uns ist hier, dann nicht ein Mörder oder Ehebrecher? Jesus selber sagt, da ist kein Unterschied vor Gott, ob du es tust oder denkst! . . . Glauben wir das oder relativieren wir das?

Das ist unsere große Not und weswegen uns die Welt oft als Heuchler ansieht, wir stürzen uns mit Empörung auf einige wenige Sünden, die wir offensichtlich nicht tun, während wir oft andere Vergehen, die nicht so offensichtlich sind, selber praktizieren.

Wenn uns das wirklich klar ist . . . können wir nicht anderes, als dem Gegenüber, der an uns oder anderen Schuldig geworden ist . . . gnädig entgegenkommen, wo er beginnt die Maske abzunehmen . . . Denn wir brauchen diese Liebe und Gnade auch beim abnehmen unserer eigenen Maske. . . auch wenn wir im Moment glauben das wir keine tragen!

Henri Nouwen schrieb einmal:
Nur im Kontext von Gnade sind wir bereit unsere tiefsten Wunden zu zeigen!

Lukas 15:1
Es nahten sich aber zu ihm (Jesus) allerlei Zöllner und Sünder, dass sie ihn hörten.

Was bewegte diese Menschen die offensichtlich „äußerlich“ krass danebenlebten in die Gegenwart des „heiligsten und sündlosesten“ Wesens auf Erden zu kommen und schließlich ihre Masken abzunehmen?

Jesus reagierte nicht mit Anklage und Forderungen gegen sie. Sondern er erinnerte sie durch seine Güte gegen sie, an ihre wahre Identität . . . Dass sie Kinder Gottes sind . . . (so wie der verlorene Sohn nie aufhörte Kind zu sein!)Und das da ein Vater mit offenen Armen auf sie wartet, das sie zu ihm nach Hause kommen, wo es das alles gibt, was sie in der fremden Welt so vergeblich gesucht haben.

Jesu Art dem Sünder zu begegnen, stand so im Kontrast zu dem Bild, das ihnen von den „Frommen“ ihrer Tage vermittelt wurde . . . nämlich ein Bild der Ablehnung, erniedrigender Buße und schier unerfüllbare moralische Forderungen.

Ein solches Muster lässt uns unsere Masken oben halten, beides die Maske der Sünde oder die Maske der frommen Verstellung.

Aber die Einladung unkonditioneller Liebe, Güte und Langmut lässt uns unsere hässlichsten Wunden hinter der Maske zeigen . . . und macht uns Mut ausgestattet mit 7×70 mal Vergebung in den Prozess der Heilung einzusteigen . . . manche Dinge können wir schnell in Ordnung bringen, andere werden ihre Zeit brauchen und viele, Versuche, aber genau dafür ist die 7x70mal Vergebungsgnade da.

Ausblick nächste Sessions . . .
intensiverer Blick auf die verschiedenen Masken und den Prozess des „demaskierens“ . . . der Vater reißt uns die Masken nicht vom Gesicht, er liebt sie geduldig von unserem Gesicht!

  • Zum Nachdenken . . .
    Wo tragen wir Masken (Bitte den Geist Gottes sie dir zu zeigen) Wie kannst „DU“ ein Umfeld schaffen in deiner Familie, Job, HK oder deiner Gemeinde indem es deinem jeweiligen Gegenüber leicht fällt sich zu demaskieren Bitte Gott Dir den Schatz im anderen hinter seiner Maske zu zeigen, das Kind das ER liebt und hervorlocken will . . . durch deine Güte, Liebe und Erbarmen & Geduld.

Matthäus 11:28-30
Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken! Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen; denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht!